Lohnpause!

 

Norbert Walter

 

Der scheidende Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, plädiert für eine Lohnpause im Jahr 2010. Damit solle den unter der Krise leidenden Unternehmen die «nötige Luft zum Atmen» gegeben werden, schrieb er in einem am Mittwoch veröffentlichten Arbeitsmarkt-Kommentar. Dies wäre zudem eine Chance, den Mitarbeitern die Weiterbeschäftigung zu sichern.

Selbstverständlich meinen Walter und Konsorten die ähnliche Ansichten vertreten damit nicht die eigenen Bezüge, sondern natürlich die Einkommen der „kleinen Leute“. Nun muss man wissen, dass z.B. die Rentner dieses Landes seit ca. einem Jahrzehnt nicht einen halben Euro mehr in die Brieftasche bekommen. Die Folge ist ein ungeheurer Kaufkraftverlust. Kaufkraft, welche die Binnenwirtschaft dringend benötigen würde. Nebenbei wird mitgeteilt, dass es im übrigen erst 2 Jahre später, also erst mit 67 Jahren Rente gibt, was ein weiterer erheblicher sozialer Einschnitt für jene Leute ist, die sich womöglich ihr Leben lang zum Wohle der Wirtschaft und der Konjunktur „den Rücken krummgeschuftet“ haben.

In den letzten 10 Jahren ist die Zahl jener Menschen, welche in geringfügigst bezahlten Teilzeitstellen, in Leiharbeitsstellen, in 400 Euro-Jobs und in befristeten Arbeitsverhältnissen arbeiten, um 2,6 Millionen Personen gestiegen! Die Zahl derer, die sich in solchen Jobs befinden, liegt bei sage und schreibe rund 8 Millionen Menschen!

In den selben 10 Jahren ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten, um 1,53 Millionen Menschen gesunken. Man nennt das auch: Abbau der Arbeitslosigkeit, durch Verschiebung von Vollzeitbeschäftigung in unterbezahlte Teilzeitstellen und Minijobs! 

Im Osten Deutschlands stellt sich die Situation sogar noch weitaus katastrophaler dar, denn dort arbeiten zwischenzeitlich 41 Prozent der Bevölkerung, zu unerträglichen Löhnen!

Ca. 6,6 Millionen Menschen arbeiten in Minjobs und auf 400,- Euro-Basis. Weitere 6,5 Millionen Menschen arbeiten in Jobs mit niedrigstem Einkommen, unterhalb 400,- Euro.

Mittlerweile fast 1,1 Millionen Menschen arbeiten zu unerträglichen Löhnen als Leiharbeiter – einer modernen Form der Sklaverei.

Über 1,2 Millionen Menschen sind länger als ein Jahr arbeitslos.

Nur 26 % der ALG 1-Bezieher fanden im Jahre 2008 einen neuen Job.
Noch katastrophaler sieht es bei den ALG 2-Beziehern aus!
Von diesen fanden lediglich 11 % einen neuen Job.

In den letzten 10 Jahren sind die Realeinkommen der Geringverdiener um mehr als 10% gesunken. Bei Minijobbern und Teilzeitbeschäftigten, sogar um mehr als 15 %!

Auf  der anderen Seite sind die Energiepreise sind in den letzten 6 Jahren durchschnittlich um ca. 30 % gestiegen. Ca. 900.000 Deutsche Haushalte müssen aktuell ohne Strom auskommen, weil die durch Privatisierung in´s unermessliche gestiegenen Preise für Energie von Menschen mit geringfügigem Einkommen einfach nicht mehr zu bezahlen sind!

Obwohl all dies nicht schon unerträglich genug ist, stellte man den Banken rund 600 Milliarden Euro Steuergelder zur Verfügung. Dies unter den erstaunten Augen der Mitbürgereinnen und Mitbürger, welchen man bereits seit Jahrzehnten erzählt, wie leer die Kassen doch angeblich wären!

Die deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler stellten den Banken also Geld zur Verfügung, damit sie sich ihr eigenes Geld später bei den Banken wieder für teure Zinsen ausleihen können. Nebenbei sei erwähnt, dass der Großteil der normalen Bevölkerung noch nicht  einmal einen Kredit in Höhe von 1000,-Euro bekommt. Einen solchen Kredit bekommt der gemeine Bürger nämlich nur dann bewilligt, wenn er durch Sicherheiten oder Bürgschaften nachweisen kann, dass er das Geld garantiert nicht braucht.

Nun kommen die Verursacher des Desasters (namentlich Bankmanager wie Walter) und erklären, dass der kleine Arbeitnehmer Lohnverzicht zu üben hätte, obwohl die Realeinkommen vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohnehin seit Jahren nichts anderes, als negative Vorzeichen kennen.

Wie wäre es denn mal mit der Kürzung von Managergehälter um 90 %?! Es müsste ja kein einziger Manager verhungern, würde man dies so machen. Das wäre doch mal ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man einmal bei jenen kürzen würde, die für das Desaster verantwortlich zeichnen und denen das Geld, dank schamloser Überbezahlung, ohnehin „zu den Ohren heraus kommt“.  

Doch solche Vorschläge wird man von Walter und anderen Unverschämtheiten niemals zu hören bekommen. Ganz im Gegenteil! Diese fordern lieber Menschen mit einem Bruttoeinkommen von 3,- pro Stunde zur „Verzichtübung“ auf!

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2 Responses to Lohnpause!

  1. Frank Seyda sagt:

    Ja, schön daherreden kann jeder.Lohnverzicht!!!!!So ein Dummschwätzer,aber selber keinen Cent hergeben.Deutschland erwache endlich!!!!!

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