Lena ist zurück in Hannover

 

Deutschland im Lena-Taumel: Tausende Fans jubelten unserer Song-Contest-Gewinnerin am Nachmittag in ihrer Heimatstadt Hannover zu. Dort landete der Sieger-Flieger. In ihrer Heimatstadt empfingen aber nicht nur tausende Fans die 19-Jährige. Niedersachsens Ministerpräsident Wulff war mit von der Partie.

Die 19-Jährige landete mit einer Lufthansa-Sondermaschine auf dem Flughafen Langenhagen. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff nahm Lena auf dem Rollfeld in Empfang. Ein roter Teppich wurde ausgerollt. Danach fuhr die 19-Jährige in die Stadt.

Gerade in Hinblick auf die Austragung des Finales 2011 ist der große Empfang nicht unerheblich. Wulff hatte noch in der Nacht verkünden lassen: „Es wäre toll, wenn der Song Contest nächstes Jahr in die Medienstadt Hannover kommt!“

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) ließ mit einem Konter nicht lang auf sich warten: „Die Stadt fiebert seit Jahren mit dem Grand Prix und wir werden alles tun, um ihn in Hamburg möglich zu machen“, sagte er dem Radiosender NDR 90,3. Auf der Reeperbahn steigt seit Jahren die offizielle Grand-Prix-Party des verantwortlichen Norddeutschen Rundfunks (NDR).

Auch Köln könnte Chancen haben: Immerhin sitzt hier Stefan Raab mit seiner Produktionsfirma Brainpool, und alle „Unser Star für Oslo“-Shows kamen aus Köln.

Doch Hannover, Hamburg und Köln haben schwergewichtige Konkurrenz im Nacken: In den meisten Ländern wird der Eurovision Song Contest in der jeweiligen Hauptstadt ausgetragen – und Berlin hat mit Klaus Wowereit (SPD) ein Party-erfahrenes Stadtoberhaupt.

Der einzige deutsche Grand Prix fand 1983 nach dem Sieg von Nicole in München statt, damals hatte der Bayerische Rundfunk die Federführung für den Wettbewerb.

Lenas Sommermärchen ist wahr geworden. „Das fühlt sich so unglaublich wahnsinnig an.

Das ist eigentlich ganz schön viel für so einen kleinen Lena-Kopf.“ Nach dem sensationell souveränen Sieg beim Eurovisions-Finale machte Deutschlands neues Sommermärchen aus Hannover tatsächlich eine Berg- und Talfahrt der Gefühle durch.

Mal überwältigt mit den Tränen kämpfend, um in der nächsten Minute als Europas frisch gekürte Pop-Königin freche Sprüche über ihre Begegnung mit der norwegischen Prinzessin Mette-Marit abzuliefern: „Das war schon ziemlich cool, so ’ne Prinzessin ist schon was Geiles. Sie sah süß aus, hatte ein pinkes Kleid an, und die Haare schnuckelig gemacht. War auf jeden Fall cool.“

Das kam bei der Siegerpressekonferenz locker, charmant, glaubwürdig und nicht zuletzt auch verblüffend professionell aus dem „kleinen Lena-Kopf“. Stefan Raab als TV-Mentor war nicht der Einzige in dieser Eurovisions-Nacht, der den Hut zog vor der Leistung der 19- Jährigen mit den noch unbekannten Abi-Noten: „Vor drei Monaten hat sie zum ersten Mal bei uns auf der Live-Bühne gestanden. Es ist enorm, was Lena an Stress weggesteckt hat. Das schaff ich nicht.“

Die kleine Ex-Schülerin aus Hannover-Misburg bewies auch auf der riesigen Live-Bühne des überdachten Osloer Fußballstadions verblüffende Stehkraft und absolvierte die alles entscheidenden drei Minuten als Nr. 22 von 25 mit Bravour. Nervosität war durchaus spürbar. Warum auch nicht? Die Sängerin ohne Gesangsausbildung schnappte hörbar nach Luft, machte das aber mit ihrer typisch kokett-kecken und unbekümmerten Art mehr als wett. Was die Punktzahl bewies.

Sie vermittelte vor allem, dass sie Spaß am Rampenlicht hatte. Gesicht und Körpersprache strahlten Freude pur aus. Im typischen Lena-Outfit – kurzes schwarzes Kleidchen, schwarze Strumpfhose, schlichte hohe Schuhe – flirtete sie zuweilen mit der Kamera, bewegte sich sparsam tänzelnd und unterstrich ihren Songtext mit ausladenden Gesten. Die Fans in der Halle jubelten ihr auch zwischendurch immer wieder lautstark zu.

Als Belohnung gab es die Höchstwertung zwölf Punkte – „twelve points“ – aus so unterschiedlichen Ländern wie Dänemark, Estland, Finnland, Spanien, der Slowakei, Lettland, Norwegen, der Schweiz und Schweden. Das brachte einen nie gefährdeten Sieg über einen ganz anderen Eurovisions-Stil mit durchgestylten Jung-Schönheiten wie etwa Safura aus Aserbaidschan. Pathetisch donnernde Balladen, tiefe Ausschnitte und flatternde Prachtmähnen vor der allzeit blasenden Windmaschine hatten an diesem Abend keine Chance gegen lässigen Charme, Witz und Tempo.

So sah es auch der Sänger der hinter Lena zweitplatzierten türkischen Rockband Manga, Ferman Akgül, bei der After-Show-Party: „Ihr Song ist großartig, und sie hat es verdient.“ Akgül freute sich über den Erfolg der beiden sehr modernen Lieder: „Das zeigt, dass der Wettbewerb sich weiter entwickelt.“ Die Türkei hatte mit zehn Punkten bei Lenas Sieg mitgeholfen; Deutschland hatte genauso viele Punkte an die türkische Band vergeben.

Eine Weiterentwicklung für den Eurovision Song Contest war ganz bestimmt auch Lenas und Raabs Art von Siegesfreude. Beim bisher einzigen deutschen Sieg 1982 hatte Nicole sehr ernst zur eigenen Klampfe von „Ein bißchen Frieden“ gesungen. Lena und Raab starteten ihre Pressekonferenz mit Champagner-Spritzen wie bei der Formel 1. Dann sangen sie, ohne Klampfe, fröhlich „Ich liebe deutsche Land“ in nicht ganz korrektem Migranten-Deutsch und schwenkten Schwarz-Rot- Gold. Irgendwie eine Weiterentwicklung des deutschen Sommermärchens von der Fußball-WM 2006 mit einem dritten Platz am Ende.

Genau wie Lena blieb auch Raab, der durch und durch erfolgreiche Macher hinter dem deutschen Sensationserfolg, seinem Stil im Augenblick des für ihn „total schockierenden“ Sieges treu. Fröhlich, schnoddrig, enorm selbstbewusst, dabei aber völlig loyal und auf eine spezielle Raab-Art fürsorglich gegenüber der sehr jungen Hauptperson. Als Lena ihren Spruch über die „geile“ Begegnung mit Prinzessin Mette-Marit abgelassen hatte, setzte Raab einen drauf, ohne Lena die Pointe oder das Scheinwerferlicht zu klauen: „Und der Hammer ist: Ich hab‘ exklusive Fotos.“ Mit Grinsen und fragendem Blick an möglicherweise zahlungswillige Medienvertreter: „Na – wie sieht’s aus?“

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One Response to Lena ist zurück in Hannover

  1. Gerald sagt:

    JAAAAA super, haben wir gleich gesagt!!!

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