Loveparade 2010: „Keiner will´s gewesen sein“! – Bilanz und Analyse

 

„Es wurde nichts falsch gemacht“. So lautet allen Ernstes die erste „Diagnose“ einiger weniger Bürokraten, die noch immer nicht in der Realität angekommen oder zu feige sind, Schuld einzugestehen. Der Duisburger Polizeipräsident

Detlef von Schmeling

trat vor die TV-Kameras und verkündete sogar, „dass er keine Panik habe feststellen können“. Dies klingt angesichts der 20 Toten und über 500 Verletzten wie der blanke Hohn! Bereits der Schnappschuss am Eingang unseres heutigen Artikels spricht eine vollkommen andere und wesentlich klarere Sprache, als jede einzelne dieser verantwortungslosen „Bürokratenmikroben“.

Beginn der Massenpanik:

Gefährliche Flucht über einen angrenzenden Lichtmast. 

Diese Menschen erklimmen diesen Lichtmast sicher nicht aus dem Grunde, weil es unten auf dem Gelände so „gemütlich“ ist. Diese Menschen haben schlicht Angst von den Massen zerquetscht zu werden, die unaufhörlich nachdrängten und den Platz für 7 Personen auf nunmehr nur noch einen einzigen Quadratmeter begrenzten.

Polizeipräsident Schmeling kann in den folgenden Bildern keine „Panik“ feststellen. Offenbar ist dieser Mann blind und taub:

Die wütenden Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der verhängnisvollen Loveparade in Duisburg werden zwischenzeitlich immer lauter.

Verantwortliche, wie z.B. der Duisburger OB Sauerland, wollen von all den Sicherheitsbedenken, wie zu erwarten war natürlich angeblich wieder einmal nichts gewusst haben. Veranstalter Schaller gibt unterdessen der Polizei die Schuld, obwohl diese zusammen mit der Feuerwehr bereits lange vorher davor warnte, eine solche Massenveranstaltungen unter solchen Bedingungen durchzuführen.

Jetzt kam sogar heraus, dass die Loveparade erst am Tag der Veranstaltung genehmigt wurde! 

Die Ermittler lieferten nach der Katastrophe mit mittlerweile 20 Todesopfern zwar noch keine konkreten Erklärungen, doch es verdichteten sich Hinweise, dass Warnungen vollkommen missachtet und sicherheitsrelevante Aspekte bewusst aufgeweicht wurden.

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So wurde unter anderem zugelassen, die Breite der Wege von mindestens 16 Metern auf nur 10 Meter zu reduzieren. Zugleich sei das Gelände ausdrücklich für nur 250 000 Menschen geeignet und zugelassen gewesen. 

Dass man von behördlicher Seite eine Veranstaltung auf einem Raum genehmigt, der für nur 250.000 Menschen ausgelegt ist, obwohl schon im Vorfeld und aus längst bekannten Erfahrungswerten mit mindestens 800.000 Menschen zu rechnen war, ist weit mehr als nur eine Fahrlässigkeit! 

Schwachsinn der besonderen Art und Weise äußerte nach den Geschehnissen auch dieses typisch deutsche Bürokratengesicht mit dem passenden Namen

Michael Schreckenberg.

Schreckenberg äußerte sich am Montag vor laufenden Kameras und  sagte, dass das Gelände bei weitem nicht voll ausgelastet gewesen sei und sämtliche Medien diesbezüglich Unsinn verbreiten würden. Werfen wir nun also einmal von oben einen Blick auf die Loveparade 2010:

So schaut laut „Panikforscher“ Schreckenberg ein „unausgelastetes Gelände“ aus!

und so

und so

Im mittleren, unteren Teil des Fotos befindet sich der Eingang zur Loveparade – die sogenannte „Rampe“. Hier stauten sich die Massen, da der Publikumsverkehr auf Grund der Verzweigung gar nicht so schnell in die hinteren Teile des Geländes abfließen konnte, wie die Menschenmassen nachrückten. Dieses Foto wurde übrigens bereits 90 Minuten vor der Panik aufgenommen und schon zu diesem Zeitpukt waren große Teile der zur Verfügung stehenden Kapazitäten ausgelastet.

 Weiterer Irrsinn: Dieses Nadelöhr fungierte nicht nur als Eingang, sondern auch als Ausgang! Mit anderen Worten: Von der einen Seite „schoben die Massen“ und wollten rein – von der anderen Seite „schoben die Massen“ und wollten raus!

Wer einen solchen Wahnsinn genehmigt, der gehört normalerweise in ein Auto geschnallt und in eine Schrottpresse geworfen, damit diese Leute einmal in ihrem Leben einen Eindruck davon bekommen, was tausende Menschen hier durchzustehen hatten!

Die Katastrophe war von Anfang an vorprogrammiert – Tragödien, sowie Tote und Verletzte wurden scheinbar billigend in Kauf genommen. 

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Bei der Party wurden nach neuen Angaben insgesamt 511 Menschen zum Teil schwer verletzt. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) lehnt einen Rücktritt weiterhin ab. Er könne diese Forderung jedoch nachvollziehen, teilte das Stadtoberhaupt am Montag in einer persönlichen Stellungnahme mit.

An der Spitze der Kritiker am Sicherheitskonzept der Techno-Parade steht die Deutsche Polizeigewerkschaft. «Ich habe vor einem Jahr Duisburg als ungeeignet für die Loveparade abgelehnt und bin dafür als Spaßverderber und Sicherheitsfanatiker beschimpft worden», sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Rainer Wendt. «Aber die Verantwortlichen waren besessen von der Idee, etwas für diese gebeutelte Stadt zu tun. Ich bin alles andere als glücklich darüber, nun leider auf diese Weise bestätigt worden zu sein.»
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Der NRW-Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Erich Rettinghaus: «Polizei und Feuerwehr haben viel Erfahrung mit Großveranstaltungen. Praktisch nichts davon wurde umgesetzt».
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Auch die Trauernden, die vor dem Todestunnel Blumen, Bilder und Briefe niederlegten, finden deutliche Worte für ihre Erschütterung:
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«Und keiner hat Schuld – obwohl es jeder Vollidiot besser gewusst hätte»
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Diesen durchaus zutreffenden Satz schrieb jemand in ähnlicher Form in Druckbuchstaben auf ein Stück Pappe. Allerdings muss an dieser Stelle dann auch einmal die Frage gestattet sein, warum so viele „Vollidioten“ bei diesem Anblick:
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nicht sofort und stehenden Fußes auf dem Absatz kehrt gemacht und das Weite gesucht haben, statt sich in´s Gedränge zu begeben und „mit Gewalt nachzuschieben“!? (Pers.Anm.d.Aut.: In eine solche Menschenlawine würde ich niemals auch nur einen Fuß zu setzen wagen, insbesondere dann, wenn der Weg durch einen Tunnel führt!)
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Man stelle sich nur einmal folgendes vor: Was wäre denn eigentlich die Bilanz gewesen, wenn in diesem Tunnel ein Brand ausgebrochen wäre?! Hunderte oder gar tausende Verbrannte, Erstickte und zu Tode Getrampelte wären das Ergebnis gewesen!
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Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland hatte das Sicherheitskonzept der Loveparade verteidigt und führt das Unglück auf «individuelle Schwächen» zurück.
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News Top-Aktuell möchte dieses Geschwätz nun gern für Sie in´s Deutsche übersetzen:
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„Wir wollten die Loveparade um jeden Preis nach Duisburg holen. Den Preis unserer Gier und Unfähigkeit bezahlten allerdings nicht wir, sondern 20 junge Menschen mit ihrem Leben und weitere mehr als 500 Personen mit ihrer Gesundheit“!
 
So – und nicht anders – müsste die Aussage eines hauptverantwortlichen Stadtoberhauptes lauten, so es denn „Eier in der Hose hätte“! 
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Dem hinzu kommt: Einmal will Sauerland von all den Sicherheitsbedenken angeblich nichts gewusst haben – und einmal will er die Sicherheitskonzepte der Loveparade verteidigt haben. „Was denn nun, Herr Sauerland“!?
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Veranstalter anderer Großveranstaltungen reagierten fassungslos auf die Tragödie. Deutschlands führender Konzertveranstalter Marek Lieberberg machte seiner Wut Luft und benannte Profilierungssucht und Inkompetenz als Ursachen. Das «war keine höhere Gewalt, sondern das Ergebnis eines verhängnisvollen Zusammenwirkens von völlig inkompetenten Behörden und Organisatoren, die weder mit derartigen Großveranstaltungen vertraut, noch in der Lage waren, auf Notsituationen zu reagieren», teilte Lieberberg mit.
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Möglicherweise werden die Fehlleistungen bei der Vorbereitung der Loveparade auch Inhalt einer parlamentarischen Untersuchungskommission. Mit anderen Worten: Parlamentarische Inkompetenz soll nun die Inkompetenz in Duisburg untersuchen.
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(Anm.d.Red.: „Prost, Mahlzeit“ Das Endergebnis dieser „Untersuchung“ wird sicher „erschütternd“ sein und in etwa wie folgt lauten: „Es kam zu Toten, weil sich einige Menschen zu schwer verletzten.“)  
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Die Stadt Gelsenkirchen – ursprünglich als Austragungsort der Loveparade 2011 vorgesehen – begrüßte die Absage der Party durch den Veranstalter Rainer Schaller. «Es ist definitiv richtig, dass die Loveparade nach der Katastrophe von Duisburg nicht mehr stattfindet. Sie wäre in Zukunft immer von diesem Unglück belastet gewesen», sagte Stadt-Sprecher Martin Schulman.

Anm.d.Red.: Typisch deutsche Logik: Kaum dass man herausgefunden hat, wie man etwas nicht macht – und kaum dass in die Köpfe von Behörden und Teilnehmern der Loveparade so etwas wie ein gewisses Maß an Achtung und Verantwortungsbewustsein eingezogen ist: Schon wird das Event für alle Zeiten zu Grabe getragen.

Bei dieser Logik ist es eigentlich nahezu erstaunlich, dass auf den Strecken der Deutschen Bahn noch immer ICE´s unterwegs sind.  Wir erinnern uns an Eschede 1998:

Diese Tragödie forderte 101 Menschenleben und hinterließ hunderte Schwerverletzte. Wie bei der Loveparade von Duisburg wurde die Katastrophe ebenfalls durch Ignoranz und Profitgier hervorgerufen. Der ICE wurde nicht vom Gleis genommen. Die Loveparade hingegen, ist nun für immer Geschichte. 

Ob „Presslufthammerlärm“ und der damit verbundene Drogenkonsum zur positiven Entwicklung junger Menschen beitrug,  steht ohnehin auf einem anderen Blatt und darf wohl bezweifelt werden.

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4 Responses to Loveparade 2010: „Keiner will´s gewesen sein“! – Bilanz und Analyse

  1. stefanhensch sagt:

    Ach Quatsch, die Party geht weiter: Hyper Hyper!!!

  2. hgt sagt:

    super artikel! das nenne ich mal das kind beim namen nennen

  3. MeraFan sagt:

    ein umfangreicher artikel, hier und nachfolgend mit vielen hintergrundinformationen akribisch angereichert.

    ich war zu den zeiten der ersten LoPas in B, kenne die dortigen grosszügigen platzverhältnisse, und selbst dort kam man sich manchmal schon eingequetscht und erdrückt vor. aber es reichte ein durckämpfen nach hinten in den kühlen Tiergarten…

    so ein event an einem solchen begrenzten ort zu planen ist einfach menschenverachtende profit- und profilierungssucht.

    allerdings muss ich dem verfasser in einem punkt widersprechen: noch perverser ist es, dass man auf den luftbildern sieht, dass am rande des platzes sogar noch raum IST! das alles musste also wohl nur deshalb passieren, weil man die menschen schön geordnet an den getränkeständen vorbeileiten wollte… oder welchen grund gab es sonst, bei einer ohnehin kostenlosen veranstaltung nicht einfach rechtzeitig alle schleusen rein und raus zu öffnen?

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