Beate Klarsfeld tritt bei der Präsidentenwahl gegen Gauck an

 

 

Die Linke schickt die langjährige Nazi-Verfolgerin Beate Klarsfeld bei der Bundespräsidentenwahl gegen Joachim Gauck ins Rennen.

Der geschäftsführende Parteivorstand nominierte die 73 Jahre alte Deutsch-Französin am Montag einstimmig als Kandidatin für das höchste Staatsamt.

Beate Klarsfeld ist ein wertvoller Teil von Deutschlands Anstand und Gewissen

Die 73-Jährige sagt: »Es ist eine Ehre für mich.«

Der Satz ließe sich erweitern: Klarsfeld als Bundespräsidentin wäre auch eine Ehre für das Land, in dem sie geboren wurde.

Die in Paris lebende Journalistin steht für Antifaschismus, Gerechtigkeit, soziale Verantwortung und Aufbegehren gegen herrschende Verhältnisse.

Klarsfeld nahm ihre Nominierung begeistert auf: «Ich hoffe, dass ich jetzt auch bei der CDU und der CSU einige Stimmen bekommen kann», sagte sie der Nachrichtenagentur dpa.

Die gebürtige Berlinerin machte deutlich, dass sie sich nicht nur als Antifaschistin, sondern auch generell als Anwältin der Menschenrechte verstehe. «Ich setze mich ein für die Völkerverständigung und sehe mich immer auf der Seite der Opfer.»

Das Leben Klarsfelds ist bereits zwei Mal verfilmt worden. Weltberühmt wurde sie durch eine Ohrfeige, als sie 1968 Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger auf einem CDU-Parteitag wegen seiner NSDAP-Vergangenheit ins Gesicht schlug und ihn als Nazi beschimpfte.

Kiesinger verkörperte die unselige Kontinuität zwischen Nazireich und Bundesrepublik. Der Kanzler war als NSDAP-Mitglied leitender Mitarbeiter der Auslandsrundfunkpropaganda unter Goebbels gewesen.

1966 hatte Klarsfeld in der französischen Zeitung »Combat« einen Text veröffentlicht. Da stand: »Herr Kiesinger hat sich einen ebenso guten Ruf in den Reihen der Braunhemden, wie in denen der CDU verschafft.«

Dem »nd« sagte Klarsfeld damals, sie habe Kiesinger geohrfeigt »im Namen der Millionen Opfer, die im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen sind. Nicht nur im Namen der Juden, sondern auch der Deutschen, der Polen, der Russen, die Opfer des Naziregimes wurden«.

Später bemühte sie sich zusammen mit ihrem Mann Serge Klarsfeld in Jahre andauernder Arbeit um die Auslieferung von Nazi-Verbrechern, die weit entfernt unter dem Schutz ausländischer Diktatoren lebten.

Tatsache war ebenso, dass Nazi-Verbrecher auch völlig unbehelligt mitten in Deutschland wohnten, so wie der ehemalige Gestapo-Chef Kurt Lischka, der in Paris für die Deportation von 76.000 Menschen verantwortlich war. Der fühlte sich in Köln so sicher, dass er an seiner Haustür sogar ein Namensschild mit seinem richtigen Namen angebracht hatte.

Der spektakulärste Erfolg der Klarsfelds war die Enttarnung, Auslieferung und Verurteilung des »Schlächters von Lyon«. Der Gestapo-Chef Klaus Barbie lebte – gedeckt von deutschen Geheimdiensten – als Klaus Altmann in Bolivien, beriet das dortige Folterregime.

Als Barbie verurteilt war, hatte Beate Klarsfeld eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Marlene Dietrich sagte: »Wunderbar, was Sie tun!«

Die Bestrafung der Naziverbrecher war für Beate Klarsfeld immer eine Aufgabe. Sie ist unter anderem Mitbegründerin der Organisation »Söhne und Töchter deportierter französischer Juden« und will an die Opfer erinnern.

Dabei zwingt Klarsfeld andere, sich zur Wahrheit zu bekennen. Auch die Deutsche Bahn, deren Vorgänger Reichsbahn, Millionen in den Tod gefahren hatte.

Dass Lischka, Klaus Barbie, der „Schlächter von Lyon“ und andere berüchtigte Nazigrößen dann doch noch gefasst und hinter Gitter gebracht werden konnten, ist Beate Klarsfeld und ihrem Mann Serge zu verdanken.

Während Beate Klarsfeld ihre Nominierung dankend annahm, hatten der Politik-Professor Christoph Butterwegge und die Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen abgesagt.

Linken-Chef Klaus Ernst betonte, Klarsfeld werde am 18. März in der Bundesversammlung nicht nur als Kandidatin der Partei antreten.

«Alle Demokratinnen und Demokraten, die nicht Herrn Gauck wählen wollen, haben damit eine echte Alternative.»

 

 

Inzwischen sendeten Teile der Opposition hanebüchene Beschuldigungen gegen die Linke. «Ohne die Linkspartei wäre Christian Wulff nie Bundespräsident geworden», sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Er spielte darauf an, dass es mit den Stimmen der Linken schon 2010 für Gauck gereicht hätte.

Dieser Vorwurf ist allein schon darum haltlos, da die Linke weder Wulff, noch Gauck jemals als Bundespräsidenten wollte. Außerdem wird hier die Wirkung mit der Ursache verwechselt, die wie folgt lautet:

Hätte die CDU Wulff nicht als Präsidentschaftskandidaten aufgestellt, wäre es gar nicht erst zu Wulff als Bundespräsidenten gekommen, welcher von der SPD auch noch weitestgehend mitgetragen wurde.

Man kehre in der SPD also besser vor der eigenen Haustür, statt bei der Linken, die Gauck schon von vorn herein mit einleuchtenden Gründen ablehnte:

Die Linke wirft dem früheren Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde Gauck soziale Kälte, Sympathie für die Integrationsthesen von Thilo Sarrazin und Unterstützung des Afghanistan-Einsatzes vor.

Dass die Linke einen solchen Mann nicht unterstützen kann, ist mehr als logisch, denn sonst würde die Linke verraten, wofür sie steht. Diese kämpft (unter anderen Volksbegehren) für Demokratie, Mindestlöhne, soziale Gerechtigkeit, Abzug aus Afghanistan und die Abschaffung des unwürdigen Hartz IV-Systems.

Gauck hingegen befürwortet den Krieg in Afghanistan, findet die Rechte Hetze eines Thilo Sarrazin „prima“ und meint, dass Hartz IV auch weiterhin bestehen müsse. Für die Linkspartei darum selbstverständlich ein absolut unwählbarer Kanditat.

Der neben Klarsfeld von der Linken angedachte Kandidat, der Kölner Professor Butterwegge, hatte kurz vor der entscheidenden Sitzung mit der Begründung abgesagt, er wolle nicht gegen zwei so honorige Persönlichkeiten in eine Kampfabstimmung gehen. Schade.

Butterwegge wäre auch ein guter Mann für das Präsidentenamt gewesen – könnte man zumindest meinen. Die Absagen kommen aber nicht von Ungefähr und haben durchaus ihre Gründe.

Die Piratenpartei  hätte gern Georg Schramm als Präsidentschaftskandidaten aufgestellt, bekam aber ebenfalls eine Absage von dem Kabarettisten.

In einem Telefon-Interview erklärte Schramm seine Absage überaus nachvollziehbar wie folgt:

 

 

Die Gründe für die Absage des Christoph Butterwegge dürften ähnlich gelagert sein.

Sowohl Butterwegge als auch Schramm sind in ihren aktuellen Positionen sicher wertvoller für die Gesellschaft, statt sich von volksverratenden Parteien wie CDU, FDP, SPD und Grünen als Schachfigur benutzen zu lassen.

 

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