Piratenpartei lädt zu Debatte über das Urheberrecht ein

 

 

Die Piratenpartei Deutschland ruft alle Kulturschaffenden, Rechteinhaber und Nutzer dazu auf, sich an einem Austausch über das Urheberrecht zu beteiligen.

Thematisch orientieren sich die zu schaffenden Diskussionsrunden an den Schwerpunkten GEMA, Rock- und Popkultur, klassische Musik, Autoren/Journalisten, Filmschaffende, Software und Bildung/Schule.

Nach einer bisher größtenteils emotionalen Zuspitzung der Debatte zwischen Urhebern und Urheberreformern nimmt nun der produktive Dialog zwischen Kulturschaffenden, Rechteinhabern und der Piratenpartei endlich an Fahrt auf.

»Wir nehmen die Sorgen und Befürchtungen der Urheber sehr ernst, wenn wir eine Neuausrichtung und Neugestaltung ihrer Rechte diskutieren«, sagt Daniel Neumann, maßgeblicher Verfasser des Urheberrechtsprogramms der Piratenpartei.

Die offene und freie Diskussion soll bis zum 27. Mai 2012 in mehreren frei zugänglichen Online-Textdokumenten (so genannten Piratenpads) erfolgen, um eine umfangreiche Stoffsammlung für die im Juni in Berlin stattfindenden runden Tische anzulegen.

»Um unsere Urheberrechtsreform grundlegend an den zahllosen individuellen Bedingungen der Kreativen zu überprüfen, möchten wir den Urhebern eine basisdemokratische Teilhabe am weiteren Entwicklungsprozess ermöglichen«, so der Urheberrechtsbeauftragte der Piratenpartei und Initiator der runden Tische, Bruno Kramm. »Im Ergebnis soll ein zukunftssicheres, freies und eigenständiges Urheberrecht entstehen, das gleichzeitig dem Nutzer eine umfangreiche Teilhabe sichert.«

Die Ansichten gehen beim Urheberrecht sehr weit auseinander. Die Ansichten der Urheber sind vollkommen andere, als die der Nutzer und umgekehrt.

Warum ist das so?

Der Nutzer möchte gern frei nutzen – der Urheber möchte mit seiner Arbeit gern Geld verdienen. So einfach sind die Gründe. Die Frage ist: Wie bekommt man das unter einen Hut und muss man das überhaupt unter einen Hut bekommen?

Menschen, die das Urheberrecht am liebsten abschaffen wollen und für „freie Nutzung und Verbreitung von geistigem Eigentum“ sind, können mit versachlichenden Argumenten nur schlecht oder gar nicht überzeugt werden, da sie schließlich einen Vorteil aus freier Nutzung ziehen.

Mit anderen Worten: Jene, die freie Nutzung des geistigen Eigentums fordern, haben offenbar zu wenig Geist, um Argumentationen zu begreifen, oder wollen diese nicht begreifen.

Wer ein geistiges Eigentum besitzt, der soll dieses gefälligst für jeden frei zur Verfügung stellen. So sieht es zumindest die Fraktion jener, die gern nutzen, aber möglichst nichts für die Nutzung bezahlen wollen.

Doch dann muss die Frage gestattet sein, ob jene, die so etwas fordern, denn auch dazu bereit wären, der gesamten Öffentlichkeit IHR Eigentum (Wohnung, Auto, Handy, Fernseher, „Lebensgefährt(in)“, Facebook-Account) gratis zur Verfügung zu stellen?! Dazu ist eigentümlicherweise niemand bereit, der geistiges Eigentum gern abgeschafft sehen will.

Auch muss man sich fragen, ob die Damen und Herren „Freie Nutzung“ denn auch eigentlich stets Restaurants aufsuchen, sich dort den Bauch vollschlagen, und es für sie ebenso logisch ist, ohne zu bezahlen wieder zu gehen?!

Sicher sollte man auch mal die Frage stellen, ob selbige Damen und Herren denn wohl ebenfalls dazu bereit wären, auf Entlohnung für ihre im Beruf geleistete Arbeit vollständig zu verzichten?!

Man kann sehr schnell feststellen, dass die Dinge in genannten Fragen dann plötzlich ganz anders gesehen und gehandhabt werden, dies´ für den Urheber eines geistigen Eigentums aber nicht gelten soll, damit sich (z.B.via Internet), ohne Müh´ und Kosten via download frei bedient werden kann.

Kann es so etwas wie „Geistiges Eigentum“ überhaupt geben?

„Die Gedanken sind frei“ heißt es immer so schön.

Sobald ein Werk veröffentlicht ist, ist es kopierfähig. Das ist schon seit der Erfindung des Kasettenrecorders so. Überspielkabel rein in´s Radio, und schon wurde schon vor Jahrzehnten eifrig mitgeschnitten und kopiert.

Was machen die Leute denn heute anderes?

Im Grunde nichts, nur dass sich das mit dem „Überspielkabel“ erledigt hat. Heute „loaded“ man „down“ und hockt nicht mehr vor dem Radio. Die Möglichkeiten sind ganz andere als noch vor 20 Jahren, denn heute kann eine Kopie erstellt, und diese binnen von Sekunden der ganzen Welt zugänglich gemacht werden.

Kann man das eigentlich irgendwie verhindern?

Die klare und einzige Antwort auf diese Frage ist: NEIN! Genauso wie man den Buchdruck nicht mehr abgeschafft bekommt, genauso wird man die Vervielfältigung geistigen Eigentums nicht mehr verhindern können.

Wir sind längst in einer Zeit ankommen, wo es die Industrie den Menschen ermöglicht hat, Kopien erstellen und verbreiten zu können. Das ist nunmal der Lauf der Zeit und das lässt sich auch nicht mehr „zurück drehen“.

Wer sind denn nun eigentlich die Schuldigen?

Die, die lediglich die von der Industrie geschaffenen Möglichkeiten nutzen – oder die, die diese Möglichkeiten erfunden, auf den Markt gebracht, und sich daran dumm und dusselig verdient haben?

Auch hier ist die Antwort einfacher als gedacht: Urheber sollten sich an die Herausbringer von „Kopiermaschinen“ wenden, statt an jene, die lediglich das nutzen, was ihnen die Industrie gegeben hat.

Man kann wohl kaum von jemanden erwarten, dem man Hammer und Nagel in die Hand gedrückt hat, dass dieser den Hammer nicht zum Einschlagen des Nagels in die Wand nutzt – oder gar einen Kriminellen aus jedem machen zu wollen, der einen Nagel via Hammer in eine Wand schlägt.

Urheber und Industrie hatten bereits Jahrzehte Zeit um darüber nachzudenken, wie man dem selbst geschaffenen Problem Herr werden könnte. Auf Ideen, bzw. Lösungen ist man offenbar bis Heute nicht gekommen. Man kriminalisiert, statt Ideen zu entwickeln, lieber die ganze Welt und regt sich über „geistigen Diebstahl“ auf.

Fazit: Es kann nicht richtig sein, wenn geistiges Eigentum einfach so nach belieben kopiert und verfielfältigt werden kann, ohne dass der Urheber etwas davon hat. Andere wollen und werden für ihre Arbeit bezahlt – das selbe Recht steht auch Inhabern geistigen Eigentums (Softwareentwicklern, Film- und Musikproduzenten etc.) zu.

Es kann ebenfalls nicht richtig sein, die ganze Welt kriminalisieren zu wollen. Das Dumme ist nun, dass die Zeit nunmal da angekommen ist, WO sie angekommen ist. Geistiges Eigentum kann nicht „geschützt“ werden und es wird sich auch nicht mehr das Kopieren des selbigen in den Griff bekommen lassen.

Man wird sich von Seiten der Urheber und der Industrie also entweder etwas einfallen lassen müssen, wie man allen Seiten gerecht wird, oder wir diskutieren das Problem noch 20 Jahre aufwärts.

Kriminalisierung ist hier grundsätzlich unangebracht. Ideen, wie man selbst geschaffenen Problemen Herr wird, hingegen nicht.

Das Urheberrecht bedarf auf jeden Fall einer Anpassung an die heutige Zeit, denn das stammt noch aus Zeiten, als sich gescheiterte Habgierige vor herannahende Pferdekutschen geworfen haben.

Eine Idee hätten wir da übrigens auch schon

Vielleicht sollte man das Problem mal an der Wurzel packen, statt an Symptomen herumzudoktern.

Das Problem gibt es doch nur darum, weil wir in einem kapitalistischen- dem Geldsystem leben. Gäbe es dieses System nicht, wäre das Problem gar nicht existent. Vielleicht muss man an die Sache mal ganz anders – mit anderen Worten – ultramodern heran gehen.

Neues, vor allen Dingen intelligentes Denken und das Abschneiden von uralten „Zöppen“ ist sowieso längst überfällig.

Die Ergebnisse der Diskussionsrunden sollen in eine Dokumentation einfließen, die als Broschüre von der Piratenpartei veröffentlicht wird.

 

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