Armut in Deutschland steigt immer weiter

 

 

Rund 12,8 Millionen Menschen – das sind 15,8 Prozent der Einwohner – waren nach jüngsten Zahlen arm. Besonders betroffen sind Alleinerziehende und ihre Kinder.

In dieser Gruppe war mehr als jeder Dritte arm (37,1 Prozent), teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit.

Die Nationale Armutskonferenz beklagte eine Armutsspirale. „Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und die Politik schaut tatenlos zu“, kritisierte ihr Sprecher Thomas Beyer.

Als arm galt nach Angaben der Statistiker, wer nach Beanspruchung staatlicher Leistungen weniger als 11426 Euro im Jahr oder 952 Euro im Monat zum Leben hatte.

Die Daten werden seit 2005 erhoben. Damals lag die Quote der Armen noch bei 12,2 Prozent. Seitdem stieg sie kontinuierlich. 2009 erreichte sie 15,6 Prozent.

Frauen (16,8 Prozent) sind dabei häufiger von Armut betroffen als Männer (14,9 Prozent). Die Armutsquote von Minderjährigen lag 2010 mit 15,6 Prozent leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Bei den älteren Menschen ab 65 Jahren sind 14,2 Prozent arm.

Arbeitslose in Deutschland sind nach aktuellen Zahlen der EU-Statistikbehörde „Eurostat“ zu zwei Dritteln arm – 67,8 Prozent (2011). Sie stehen damit schlechter da, als Erwerbslose im Rest der Europäischen Union.

„Die Bundesregierung muss sich fragen lassen, wie es möglich ist, dass in „wirtschaftlich erfolgreichen Zeiten“ immer mehr Bürger arm werden“, kritisierte der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Wolfgang Stadler.

Ein „Schattenbericht“ (also eine ehrliche, ungeschönte Ausarbeitung) der Nationalen Armutskonferenz verweist darauf, dass in Deutschland inzwischen fast jeder Vierte im Niedriglohnsektor arbeitet und 7,6 Millionen Menschen (9,3 Prozent der Bevölkerung) staatliche Leistungen zur Sicherung ihres Existenzminimums beziehen.

Die Armutskonferenz – ein Zusammenschluss von Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, sowie Gewerkschaften – verlangt deshalb unter anderem gesetzliche Mindestlöhne, höhere Regelsätze und Förderprogramme gegen Wohnungsnot.

Der am Mittwoch in Berlin erstmals herausgegebene „Schattenbericht“ soll ein Gegenentwurf zum alle vier Jahre erscheinenden Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung sein. Dieser war zu dem Ergebnis gekommen, dass sich der Graben zwischen Arm und Reich immer weiter vertieft und ausbreitet.

Dass in der reichen Bundesrepublik Deutschland so viele Menschen von Armut betroffen und noch viel mehr davon bedroht sind, ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Armuts-Zeugnis für unser Land und die sogenannte „Regierung“.

Solange die sogenannte „Bundesregierung“ nicht massiv gegen Erwerbsarmut vorgeht, leistet sie der Altersarmut Vorschub.

Solange der gemeine Deutsche immer wieder die selben Volksverräterparteien wählt (weil er selbst nach Jahrzehnten noch immer nichts gemerkt hat), leistet er Beihilfe zur Verarmung.

Der Linke-Politiker Klaus Ernst machte vor allem seit Jahren sinkende Reallöhne für die Verschärfung der Armut verantwortlich.

„Es ist höchste Zeit für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Andernfalls drohen große Teile der Bevölkerung schon bald in die Armutsfalle zu geraten“, sagte der frühere Parteichef.

 

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