Neue Regeln für den Onlinehandel ab 2014

 

Neue Regeln für den Onlinehandel ab 2014

 

Für den deutschen Onlinehandel ist die Vorweihnachtszeit eigentlich eine fröhliche Zeit – nehmen diese dann doch bis zu drei Mal so viel wie an normalen Tagen ein.

„Oh du Fröhliche“… wären da nicht diese lästigen Kunden, die die Waren wieder zurückschicken.

Kein anderes Thema treibt die E-Commerce-Branche so um wie die Retourenquoten, denn die ist ein Graus für jeden Onlinehändler.

Vor allem die Anbieter von Mode, Accessoires, Sport- und Freizeitartikeln leiden unter widerspenstiger Kundschaft.

Etwa jede dritte Firma muss die Hälfte ihrer Waren wieder zurücknehmen.

Bei mehr als jedem zehnten Mode-Shop sind es sogar bis zu 70 Prozent der Bestellungen.

Das passiert nicht etwa freiwillig, sondern ist vom sogenannten „Gesetzgeber“ so vorgeschrieben.

Die Allgemeinheit ist landläufig der Ansicht, dass im normalen Ladengeschäft ein Umtausch- oder Rückgaberecht bestehen würde. Dem ist aber nicht so.

Wenn ein Ladeninhaber Ware umtauscht oder zurücknimmt, dann ist das reine Kulanzsache aber keineswegs gesetzlich vorgeschrieben. Nicht so im Onlinehandel!

Dieser ist verpflichtet, Waren umzutauschen und zurückzunehmen, was bereits sehr vielen Onlinehändlern das Genick gebrochen hat.

Werden Waren nämlich zurück gesendet, dann setzt sich ein kostspieliges Räderwerk in Gang.

Zunächst sind die Rücksendekosten zu tragen – dann muss die zurückgeschickte Ware ausgepackt und überprüft – ggf. neu verpackt und wieder zurücksortiert werden – der Kaufpreis muss erstattet werden, was wiederum jede Menge Verwaltungsaufwand zur Folge hat.

Die meisten Versandhändler beteuern, dass Retouren nun mal zum Geschäftsmodell dazugehörten und dass man den Kunden die Möglichkeit des Anprobierens auf keinen Fall nehmen wolle.

Das ändert aber nichts daran, dass dieser Service teuer ist. Bei den Minimargen im Onlinehandel ist so schnell das Geschäft verhagelt.

Jeder fünfte Händler muss zehn bis 15 Euro pro Retour kalkulieren. Bei betrügerischen Retouren schnellen die Kosten schnell auf bis zu 35 Euro hoch.

Man muss sich also nicht darüber wundern, dass Firmen wie „Zalando“ seit ihrem bestehen noch in keinem einzigen Jahr schwarze Zahlen bilanzieren konnte, denn „Zalando“ gibt dazu auch noch Millionen Euro jährlich für Fernseh- und andere Werbung aus.

Auf diesem Wege bezahlt die Zalandokundschaft übrigens praktisch „Zusatz-GEZ-Gebühren“, ohne es zu merken – aber das ist eine andere Geschichte, worüber dieser Artikel zur gefälligen Kenntnisnahme aufklärt:

Wie das Fernsehen die Menschen verblödet (und abzockt)

Zurück zum Onlinehandel:

In einem solchen Markt überlebt, wer es entweder schafft, die Kosten der Retouren doch irgendwie zu senken oder, wer seine Investoren für eine Expansion in Länder erwärmen kann, die nicht so sehr von Umtauscheritis betroffen sind wie Deutschland.

Ab 2014 gibt es neue EU-Absatzrichtlinien für den Onlinehandel, die unter anderem mehr Freiheit der Berechnung der Versandkosten einräumen.

Zwar dürfen Onlinehändler die Versandkosten für Retouren dann an ihre Kunden weiterreichen, nur sagen die wenigsten Händler, dass sie davon auch Gebrauch machen werden.

Stattdessen erklingt folgendes Lied:

„Retouren sind nun mal Teil des Systems. Deutschland ist zwar führend beim Umtausch, aber eben auch bei den online abgeschlossenen Verkäufen pro Kopf.“

„Ohne Retour, kein Umsatz“ – so die Logik der Branche – zumindest die Logik der Platzhirsche.

Hier die wichtigsten Änderungen:


Rückabwicklung des widerrufenen Vertrages

Der Händler muss nach der Neuregelung innerhalb von 14 Tagen ab Widerruf den Kaufpreis zurückerstatten (bislang 30 Tage).

Allerdings hat der Händler ein ausdrückliches Zurückbehaltungsrecht „bis er die Waren wieder zurückerhalten hat bzw. der Verbraucher einen Nachweis erbracht hat, dass er die Waren zurückgeschickt hat.

Für die Rückzahlung sollte der Online-Händler den gleichen Zahlungsweg wählen wie der Verbraucher bei der Zahlung des Kaufpreises.

Dem Verbraucher sind alle Kosten – somit auch die Versandkosten des Onlinehändlers für die Hinsendung – zu erstatten.

Der Verbraucher ist dafür verpflichtet, die „Waren ohne unnötige Verzögerung und in jedem Fall bis spätestens binnen 14 Tagen ab dem Tag, an dem er dem Gewerbetreibenden … seinen Entschluss mitteilt, den Vertrag zu widerrufen, an den Gewerbetreibenden oder eine von diesem zur Entgegennahme ermächtigten Person zurückzusenden oder zu übergeben“.

Rücksendekosten bei Widerruf – Wegfall der „40-Euro-Klausel“

Grundsätzlich hat der Käufer die Kosten der Rücksendung zu tragen.
Dies gilt auch dann, wenn die Ware nicht auf dem normalen Postweg zurückgesendet werden kann.

Der Händler muss jedoch auf diese Kostentragungspflicht „deutlich“ hinweisen. Eine Vereinbarung, nach der der Onlinehändler die Kosten der Rücksendung trägt, ist möglich.

Längste Lieferdauer

Der Onlinehändler soll künftig innerhalb von 30 Tagen die bestellten Waren liefern. Ist eine Lieferung nicht innerhalb dieser 30 Tage erfolgt, kann der Verbraucher am 31 Tag nach Abschluss der Bestellung vom Vertrag zurücktreten.

Der Liefertermin wird ausdrücklich als Pflichtinformation vorgesehen.

Das bedeutet, dass der Online-Händler den Verbraucher darüber informieren muss, wann er die Ware liefert.

Haftung für Verlust und Beschädigung bei Versand

Der Händler trägt solange das Risiko für Verlust oder Beschädigung der Ware, bis der Verbraucher die Ware in Empfang genommen hat.

Ab wann gelten die neuen Regelungen?

Die Umsetzung der Richtlinie durch die einzelnen Mitgliedsstaaten der europäischen Union muss bis spätestens Ende 2013 erfolgen.

Das bedeutet, dass die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten keine abweichenden Vorschriften beschließen dürfen, sondern das Recht auf EU-Ebene vereinheitlicht wird (EU-Diktatur eben).

Kleine Shops wollen die „Alles Gratis-Idylle“ beenden
 
Drei von vier der befragten Händler wollen die Versandkosten künftig weitergeben, hat eine Umfrage der Uni-Regensburg herausgefunden.

Es gibt zwischen 120.000 und 150.000 Online-Shops in Deutschland.

Davon haben allerdings kaum welche die Marktmacht, die Gewohnheiten der Kunden zu verändern, solange die Konkurrenz nur einen Mausklick entfernt Geschäfte macht – erst recht nicht, wenn die Großen im Markt schon vor Inkrafttreten der EU-Richtlinie kulanter sind als sie müssten.

Die Verbraucherzentrale NRW die Rückgabe-Bedingungen bei 50 umsatzstarken Shops analysiert.

Danach übernehmen 30 Händler die Versandkosten und verlängern auch noch die Frist für das Widerrufsrecht.

Kein Wunder, dass unter anderem Amazon, Otto und Zalando bereits angekündigt haben, bei den unfreien Rücksendungen bleiben zu wollen.

Sie experimentieren weiter mit virtuellen Umkleidekabinen und verfeinern für viel Geld ihre Algorithmen – etwas, was sich die Kleinen nicht leisten können.

So veröden „Amazon, Zalando & Co.“ nicht nur den Anblick unserer Innenstädte, sondern verdrängen auch die Kleinen aus dem virtuellen Markt.

Doch auch die vermeintlich großen Onlineunternehmen selbst werden eines sonnigen Tages „gefressen“ werden. Die wissen das bloß noch nicht 🙂

Doch keine Sorge. Es werden andere Zeiten kommen. Nämlich solche, wie sie im folgenden Video beschrieben sind:

 

 
                                                                                                                                 
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