Wieder mehr Armut in Deutschland

 

Wieder mehr Armut in Deutschland

 

Im reichen Deutschland wächst die Armut mehr und mehr. Frauen sind von Armut noch stärker betroffen als Männer. Dies ist das Fazit des „Datenreports 2013“ – einem über 400 Seiten starken Gemeinschaftswerk von Statistikern und Sozialexperten.

Nach deren Befund ist das Armutsrisiko der 55- bis 64-Jährigen deutlich gestiegen.

Unter den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren gilt jeder Fünfte als armutsgefährdet – bei ebenfalls steigender Tendenz.

Als arm gilt, wer 2011 weniger als 980 Euro im Monat verdiente.
Betroffen sind vor allem Menschen in befristeter oder Teilzeitarbeit, Minijobs oder in Zeit- und Leiharbeit.

Die Autoren nennen dies in ihrem veröffentlichen Bericht „atypische Beschäftigung“.

Der Bericht vergleicht die Entwicklung der Rentensysteme in 27 Industrienationen und wird herausgegeben vom Statistischen Bundesamt, der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und dem Wirtschaftsforschungsinstitut DIW.

Auch die OECD warnte in ihrem neuen Rentenbericht vor einer drohenden Altersarmut in Deutschland.

Für sie wie auch für Menschen, die nicht ihr ganzes Leben durchgängig voll gearbeitet haben, wird es immer schwieriger werden über die Runden zu kommen.

Wer in Deutschland nur die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens verdient, wird demnach im Alter netto auch nur noch 55 Prozent seiner heutigen Bezüge erhalten. Das ist weit weniger als in allen anderen Ländern!

Andere Staaten haben bei der Alterssicherung Umverteilungssysteme zugunsten von Geringverdienern eingeführt.

Ausgerechnet im reichen Deutschland müssen die Menschen heute wie später am Hungertuch nagen, wenn der politische Moloch nicht endlich mal damit beginnt, von oben nach unten umzuverteilen.

Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, wies darauf hin, dass im September erstmals die Marke von mehr als 42 Millionen Beschäftigten geknackt wurde.

Seit 2006 gebe es einen klaren Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt. «Im Jahr 2012 hatten rund 2,8 Millionen Personen mehr eine bezahlte Arbeit als 1991», sagte er.

Was er natürlich nicht sagte: Immer mehr Menschen arbeiten für unerträglich niedrige Löhne und werden von sogenannten „JobCentern“ dazu gezwungen, sich versklaven zu lassen, was gleich gegen mehrere Grundgesetze verstößt.

Durch Ausweitung der prekären Beschäftigung und durch gesetzeswidrigen Zwang, unterbezahlte Jobs anzunehmen sind zwar mehr Menschen in Arbeit gekommen, doch wird leider immer wieder „vergessen“ zu erwähnen, das der Mensch nicht von Arbeit, sondern von EINKOMMEN lebt!

Einkommen, welches leider immer weniger und immer wertloser wird.

Nach Erkenntnissen der Statistiker waren die 18- bis 24-Jährigen sowie die 55- bis 64-Jährigen zuletzt weitaus häufiger von Armut erfasst, als Menschen der anderen Altersgruppen.

Der Durchschnitt lag 2011 laut Report bei 16,1 Prozent. Bei der Gruppe der älteren Semester stieg die Quote der Armen innerhalb von vier Jahren von 17,7 auf 20,5 Prozent.

Bei den jungen Menschen waren es 20,7 Prozent Frauen waren zu 17,2 Prozent in Armut lebend – Männer zu 14,9 Prozent.

Studien-Mitautor Roland Habich wies darauf hin, dass sich Armut inzwischen häufig verfestigt.

So sind fast 81 Prozent der Personen, die 2011 unter der Armutsgefährdungsquote lagen, bereits in den vorangegangenen vier Jahren von Armut betroffen gewesen.

Nahezu 40 Prozent von ihnen sind dauerhaft arm. Im Jahr 2000 hat diese Quote noch bei 27 Prozent gelegen.

Zudem sind die Rentenansprüche von Neurentnern der unteren Einkommensschichten seit mehr als 20 Jahren im Sinkflug.

Es droht zunehmende Armut – sowohl im Alter, als auch in jüngeren Jahren.

 
                                                                                                                                 
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