Pestizide machen Bienen orientierungslos

 

Pestizide machen Bienen orientierungslos

 

Sogenannte „Pflanzenschutzmittel“ verschlechtern Forschern zufolge die Orientierungsfähigkeit von Honigbienen und anderen bestäubenden Insekten.

Schon kleine Mengen von Pestiziden wirkten sich auf das Nervensystem auch von Wildbienen und Hummeln aus, fand ein Team um den Neurobiologen Prof. Randolf Menzel von der FU Berlin heraus.

Bienen orientieren sich nach ihrem Sonnenkompass und entwickeln für ihre Flugrouten rund um den Bienenstock eine innere Landkarte.

In Experiment testeten die FU-Forscher nun die Wirkung der beiden Pestizide Imidacloprid und Clothianidin, sowie des Pflanzenschutzmittels Thiacloprid.

Sie trainierten eine Gruppe Bienen zunächst darauf, eine Futterstelle 400 Meter entfernt vom Bienenstock direkt anzufliegen. Danach summten die Tiere wieder zurück.

Dann ließen die Forscher die Bienen an versetzter Stelle frei. Ergebnis: Nach dem Scheitern des direkten Heimflugs und kurzem Suchen orientierten sich die Bienen an ihrer inneren Landkarte neu und fanden trotzdem zum Stock zurück.

Als dritten Schritt bekamen die Bienen an der Futterstelle dann geringe Mengen Pestizide verabreicht. Jetzt fanden deutlich weniger Bienen den Weg zurück zum Stock – und das oft nur auf Umwegen.

„Der Befund unserer Untersuchung ist deshalb von allgemeiner Bedeutung, weil der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, den sogenannten Neonicotinoiden, die das Nervensystem der Insekten beeinträchtigen und sie dadurch töten, kontrovers und heftig diskutiert wird», betonte Menzel.

Warum sind Bienen so wichtig für uns Menschen?

Schon Albert Einstein wusste: “Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben”.

Die Rückschlüsse sind einfach zu ziehen:

Keine Bienen = keine Bestäubung.
Keine Bestäubung = keine Pflanzen.
Keine Pflanzen = keine Tiere.
Keine Pflanzen und Tiere = kein Mensch mehr.
So einfach ist das.

Es fällt für uns Menschen also nicht nur der leckere Honig flach, sondern die fleißigen Bienchen haben noch eine weit wichtigere Aufgabe in der Natur zu erledigen.

Bienen fliegen Blüten an, um Nektar zu sammeln. Dabei bestäuben sie die Blüten. Ohne Bienen gäbe es bei uns z. B. keine Äpfel, Aprikosen oder Zwetschgen – und eben auch keinen Honig.

Für die Natur – also auch für uns Menschen, denn auch wir gehören zur Natur – sind die Bienen hauptsächlich deshalb so wichtig, weil sie ungeheure Mengen an Pflanzen bestäuben.

Von den heimischen Nutz- und Wildpflanzen (immerhin 2000 bis 3000 Arten) sind ungefähr 80 Prozent darauf angewiesen, dass die Biene vorbeikommt und sie bestäubt.

Mit anderen Worten: Ohne Bienen sieht ´s echt mau aus.

Wussten Sie schon…?

Eine Honigbiene ist ein erstaunlich geselliges Tierchen. Sie lebt im Sommer in einem Volk von circa 60.000 Arbeitsbienen, 2.000 bis 3.000 Drohnen und einer Königin in ihrem Bienenstock.

Wenn es kälter wird, lässt die Brutpflege nach und die Anzahl der Bienen geht deshalb auf circa 30.000 Tiere zurück.

Diese verbringen die kalte Jahreszeit in Winterruhe im Stock, sparen dort durch relative Bewegungslosigkeit Energie und halten sich, durch Aneinanderhaften in einer Art Kugel, gegenseitig warm.

Dadurch können sie auch niedrige Temperaturen gut überstehen und mit Beginn des Frühlings wieder ausfliegen.

Um nur ein halbes Kilogramm Honig zu sammeln, muss eine einzelne Biene ungefähr drei Mal um die Erde fliegen. Glücklicherweise hilft ihr das restliche Bienenvolk dabei.

Zusammen bewirtschaftet ein Bienenvolk eine Fläche von 30 bis 50 Quadratkilometern, was in etwa dem Areal von Köln entspricht.

Das einzelne Tier fliegt täglich bis zu 30 Mal aus und besucht pro Flug 200 bis 300 Blüten.

Dabei sammelt das Bienchen deren Nektar und nimmt am Pelz die Pollen mit, die dann in der nächsten Pflanze die Bestäubung ermöglichen.

An guten Tagen schafft ein Volk mehrere Kilogramm Nektar in den Stock.

Wenn eine gute Nektarquelle gefunden ist, so können sich Bienen deren Lage im Verhältnis zur Sonne und zum Stock merken, und diese Information den anderen Bienen erstaunlich präzise mitteilen.

Das geschieht über Tanzformationen, die für die Bienen das sind, was für uns Menschen das Sprechen ist.

Ein Bienchen ist also nicht nur unheimlich fleißig und nützlich – es kann sich auch Standorte merken und ist sogar tänzerisch begabt.

Und jetzt nochals zum Unerfreulichen:

Die Chemiekonzerne Syngenta und Bayer produzieren nun eine Reihe von für unsere Bienen höchst problematische, also giftige Pflanzenschutzmittel, wie zum Beispiel Neonicotinoide Clothianidin, Thiamtoxam und Imidacloprid, deren Zulassung von der EU-Kommmisson für gewisse Anwendungen dankenswerterweise für 2 Jahre ausgesetzt wurde.

Die Firma BASF stellt im Weiteren Fipronil her – ein Pestizid, welches Bienen ebenfalls schädigt.

“Pestizid”! Auch wieder so ein geflügeltes Wort ohne jeglichen Sinn.

Man könnte denken, die Pest lauert irgendwo um die Ecke und Pestizide würden helfen, dass die Pest nicht ausbricht. So ist es aber nicht.

Sogenannte “Pestizide” sind schlicht und ergreifend Giftstoffe! Giftstoffe, die nicht nur sogenannte “Schädlinge” töten, sondern auch Nutzlinge wie die Honigbiene.

Da die Bienchen in der bevorstehenden warmen Jahreszeit wieder ausfliegen werden, möchten wir noch auf das Folgende hinweisen:

Wenn Sie eine Biene sticht, dann tut sie das ganz sicher nicht aus Boßhaftigkeit, sondern wohl aus Angst und Notwehr.

Sollten Sie also mal von einem Bienchen gepiekst werden, dann haben wir folgenden Tipp für Sie:

Halten Sie den betroffenen Körperteil so schnell es geht in möglichst heißes Wasser.

Die für den Schmerz verantwortlichen Eiweiße beginnen nämlich bei erreichen von etwa 52° Celsius zu zerfallen, was den unangenehmen Schmerz ein wenig lindern sollte.

Bei juckenden Mückenstichen funktioniert das übrigens auch, da die fidele Hausmücke ebenfalls mit diesen Eiweißen arbeitet.

 
                                                                                                                                 
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