Eine kurze Geschichte des Lebensmittelschwindels

 

Eine kurze Geschichte des Lebensmittelschwindels

 

Geschwindelt wurde bei Lebensmitteln schon immer – aber immer anders.

Während auf den Märkten des 19. Jahrhunderts Gemüse mit Kupfer gefärbt wurde, sorgen heute moderne Mittel für höhere Gewinne.

Erlaubt ist, was die Technik möglich macht und die Politkriminellen zulassen. Damals wie heute.

Schuld hatten die Pfefferminzbonbons. In einem Armenviertel der englischen Stadt Bradford starben 1858 zwanzig Menschen, während mehr als 200 weitere erkrankten.

Der Assistent des örtlichen Apothekers hatte nicht, wie sonst üblich, zur Streckung billigen Gips unter die Bonbonmasse gerührt – sondern versehentlich Arsen.

Als die Anklage auf Totschlag fallen gelassen wurde, weil es für diese Art des Vergehens kein Gesetz gab, bemerkte die Lokalzeitung: „Das eigentliche Verbrechen ist, dass es keine Gesetze gibt, die die Praxis der Verfälschung von Lebensmitteln unterbinden.“

Wilde Panscherei

Gegessen wird immer – getrickst auch. England erlebte im 19. Jahrhundert einen bis dato noch nie da gewesenen Höhepunkt der Panscherei.

Möglich gemacht wurde dies durch einen rapiden gesellschaftlichen Wandel:

Infolge der Industrialisierung und Verstädterung wurden die Wege von Produzenten zu Verbrauchern länger und der Markt anonymer, den die Regierung zudem weitestgehend sich selbst überließ.

Gemüse wurde mit Kupfer gefärbt, Milch mit Dreckwasser und Mehl gestreckt.

Erst der tragische Fall in Bradford führte zum Erlass von Lebensmittelgesetzen, die auf den Grundsätzen beruhten: Du sollst nicht vergiften und du sollst nicht täuschen.

Mehr als 150 Jahre später ist die Erfahrung, beim Essen übers Ohr gehauen zu werden, und zwar universell.

Überall dort, wo Nahrungsmittel hochgradig kommerzialisiert sind, unterliegen Anbieter der Versuchung, für mehr Profit zu tricksen.

Heute verfälschen Produzenten Lebensmittel allerdings nicht mehr mit Kupfer, Gips oder Pferdeleberpulver.

Heute verwenden sie Backmittel, chemisch hergestellte synthetische Aromen, sowie Farb-, Füll- und Konservierungsstoffe. So wird aus weniger mehr – und das „ganz legal“.

Rigide Strafen

Es gab Zeiten, in denen es strikt verboten war, Nahrungsmittel zu verfälschen.

So regelte eine Richtlinie Mitte des 13. Jahrhunderts in England, wie groß und schwer das Brot einer bestimmten Sorte, was darin sein und was es kosten darf.

Bäcker, die sich nicht daran hielten, wurden mit ihrem Schwindelbrot um den Hals durch die Straßen getrieben. Wiederholungstäter verloren die Konzession. Das waren noch schöne Zeiten.

In der rigiden Strafprozedur spiegelte sich der Wert wider, der dem Brot als Hauptnahrungsmittel zukam.

Was hätten die mittelalterlichen Bäcker-Kontrolleure wohl zum Beispiel zu „Harrys Weizen-Toastbrötchen“ gesagt?

Neben Mehl, Wasser, Salz, Hefe, Maisgrieß und Traubenzucker enthalten diese jede Menge E-Nummern: Säurungsmittel, Stabilisatoren, Emulgatoren und Backtriebmittel.

„Noch nie sind Lebensmittel so sicher und von so hoher Qualität wie heute“, heißt es häufig.

Einige Substanzen wie Süßstoffe, Azofarbstoffe oder industriell gehärtete Fette wurden anfänglich als harmlos hingestellt. Heute weiß man das Gegenteil ist der Fall.

Moderne Wunderwaffen

Andere Wunderwaffen der Lebensmitteltechnologie stehen zwar nicht direkt im Verdacht, die Gesundheit zu gefährden, aber sie sind ein billiger Ersatz für natürliche Zutaten: Aromen.

Um einem Liter Flüssigkeit den Geschmack frischer Grapefruit zu verleihen, bedarf es einer Aromamenge von 0,2 Milliardstel Gramm.

Weil Konsumenten es aber lieber natürlich mögen, verschleiern Produzenten gerne die Verwendung:

Sie lassen pralle Früchte auf Verpackungen drucken und geben ihren Produkten verheißungsvolle Namen.

Der Getränkehersteller Pfanner taufte ein Tee-Mix-Getränk „Der Gelbe Physalis-Zitrone“ und verzierte den Tee-Karton mit zwei dicken Physalis-Früchten.

Dass in dem Produkt undefinierte Aromen für das „Geschmackserlebnis“ sorgen, steht klein gedruckt aber „gesetzestreu“ in der Zutatenliste.

Die Lokalzeitung in Bradford würde das heute wohl so kommentieren: „Das eigentliche Verbrechen ist, dass es Gesetze gibt, die die Praxis der Verfälschung von Lebensmitteln erlauben.“

Das ist auch schon das Ende der kurzen Geschichte des Lebensmittelschwindels. Am Ende ist dieser Artikel aber noch nicht, denn nun geht ´s an ´s Eingemachte“!

Viele Verbraucher fühlen sich durch die Aufmachung und Kennzeichnung von Lebensmitteln in die Irre geführt.

Das zeigen die tausenden Produktmeldungen und die sechsstellige Zahl von Protest-E-Mails an die Hersteller.

Etiketten führen Verbraucher „ganz legal“ in die Irre. Das sollen mittlerweile auch die Politkriminellen erkannt haben, doch nach wie vor mangelt es an klaren Informationspflichten und an Regelungen, die verbieten, was heute noch irreführenderweise erlaubt ist.

Immerhin gibt es einen kleinen Lichtblick bei Fleischerzeugnissen, denn die Tierarten-Kennzeichnung wird klarer.

Lammsalami soll vom Lamm stammen und Putenwiener von der Pute. Was Verbraucherschützer seit Jahren fordern, wurde nun in den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs umgesetzt.

Bisher durften die Bezeichnungen für Fleischerzeugnisse eine spezielle Tierart nennen und trotzdem überwiegend aus Schwein oder Rind bestehen. So soll es künftig nicht mehr sein.

Nur wenn Wurst und Aufschnitt ausschließlich von der genannten Tierart stammen, sollen sie etwa Wildschweinbratwurst, Lammsalami oder Putenwiener heißen dürfen.

Anderenfalls lauten die Bezeichnungen zum Beispiel „Salami mit Lammfleisch“ oder „Wiener Würstchen mit 10% Putenfleisch“.

Ist von Geflügel die Rede, handelt es sich um Huhn und/oder Pute.

Andere Geflügelarten werden explizit genannt, zum Beispiel „Geflügellyoner mit Entenfleisch“. Wenn andere Tierarten als Geflügel verwendet werden lautet die Bezeichnung entsprechend „Geflügellyoner mit Schweinefleisch“.

Nur das Kalb schlägt aus der Art!

Ist „Kalb“ der Bezeichnung vorausgestellt, zum Beispiel bei Kalbswiener, so fordern die Leitsätze lediglich, dass der Rindfleischanteil zu mehr als 50 Prozent aus Kalb- und/oder Jungrindfleisch bestehen soll – aber offenbar nicht einmal bestehen muss.

Die neuen Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse wurden am 23.12.2015 veröffentlicht.

Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs sind übrigens grundsätzlich nicht rechtsverbindlich.

Sie beschreiben lediglich die Verkehrsauffassung und dienen allen Beteiligten aus Herstellung, Handel und Lebensmittelüberwachung als Grundlage für die Bewertung von Lebensmitteln.

Was drin ist steht nicht drauf – was draufsteht ist nicht drin

„Schwarze Oliven“ können gefärbt sein. Etikettiert sind ’schwarze Oliven – entsteint‘. In der Zutatenauflistung findet sich lediglich die Angabe Stabilisator E579.

Dieser wird zum schwärzen von Oliven benutzt. Das ist schlicht und ergreifend Betrug, denn es handelt sich nicht um echte schwarze Oliven.

Die Angabe ‚geschwärzt‘ fehlt auf dem Produkt. Irreführende, falsche Angaben + Betrug.

Wagner Original Pizzen: Piccolinis Drei Käse. Hier findet sich eine Täuschung und ein Widerspruch zugleich: Für vegetarische Ernährung beworben und Warnhinweis auf Spuren von Fisch.

Lawa Vanille Kipferln – Backteig mit feinster Butter: Tatsächlich wenig Butter, stattdessen mehr andere Fette.

Auf der Vorderseite der Verpackung ist neben einigen Vanille-Kipferln eine Butterlocke abgebildet.

Zudem findet sich ebenfalls vorne der Hinweis „Backteig mit feinster Butter“.

Die Zutatenliste offenbart jedoch, dass der Teig nur 6 % Butter, dafür jedoch mehr pflanzliche Fette und Öle enthält. Eine ganz klare Verbrauchertäuschung.

dennree Bratöl Olive: Kein reines Olivenöl, sondern Ölmischung aus Oliven- und Sonnenblumenöl.

Das Bratöl Olive wird mit Abbildungen von Oliven auf dem Etikett beworben, sodass der Eindruck entsteht, es handelt sich um reines Olivenöl.

Tatsächlich hat man es mit einer Ölmischung mit nur 51 % Olivenöl und 49 % Sonnenblumenöl zu tun. Auch wieder eine ganz klare Verbrauchertäuschung.

Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte die Aufmachung des Etiketts mit den wesentlichen Zutaten des Lebensmittels übereinstimmen.

Alpro Mandel Original: Mandel groß in Schrift und Bild, jedoch nur 2 % Mandeln im Produkt.

Wenn auf der Verpackung in großer Schrift „Mandel“ steht und zusätzlich zwei Mandeln abgebildet sind, dann sollte nach unserer Ansicht der Verbraucher davon ausgehen können, dass Mandeln in nicht unerheblichem Anteil enthalten sind. Die Menge von 2 % entspricht dem allerdings ganz und gar nicht.

Wir könnten noch ewig weitere Produkte aufzählen, welche Etikettenschwindel und Verbrauchertäuschungen offerieren. Das soll aber erst einmal reichen – oder vielleicht doch nicht!?

 

 

Schwupps! Und schon ist das Video gesperrt. Das macht aber nichts. Das exakt selbe Video finden Sie auch hier: „klick“

Verbraucherzentrale Hamburg sucht Mogelpackung des Jahres

Versteckte Preiserhöhungen ärgern viele Verbraucher. Mit fünf Produkten haben Hersteller ihre Kunden im Jahr 2015 besonders getäuscht.

Diese stellt die Verbraucherzentrale Hamburg nun zur Wahl für den wenig schmeichelhaften Preis „Mogelpackung des Jahres“:

„Bebe Zartcreme“ von Johnson & Johnson
Zahnpasta „Dentagard“ von Colgate-Palmolive
„Finesse Schinken“ der Nestlé-Marke Herta
Kopfsteherflaschen von „Heinz Ketchup“
Kaffeekapseln „Jacobs Latte macchiato classico“ von Jacobs Douwe Egberts.

Bei diesen Produkten war die versteckte Preiserhöhung entweder besonders dreist oder sie wurde außerordentlich raffiniert umgesetzt.

 

Eine kurze Geschichte des Lebensmittelschwindels.

 

Bis zum 22. Januar 2016 können Verbraucher auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg  darüber abstimmen, welches Produkt sie am meisten ärgert.

Imitatprodukte, falsche Slogans und „legale“ Täuschung

Früchtetee ohne namens gebende Früchte, Zuckerbomben als Fitness-Produkt, vermeintliche Gesundheitswunder mit Nebenwirkungen:
Täuschung ist bei verpackten Lebensmitteln nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Hersteller tricksen, um ihr Produkt besser aussehen zu lassen. Sie tricksen, weil es die Wettbewerber auch tun.

Sehr viele Fälle von Etikettenschwindel – die Verbraucher haben das Nachsehen.

Der 15-Punkte-Plan von foodwatch zeigt, was sich ändern muss

Das Problem ist erkannt. Deshalb hat die Scheinbundesscheinregierung schließlich im Sommer 2011 das Internetportal lebensmittelklarheit.de geschaltet, auf dem über den alltäglichen Etikettenschwindel informiert wird.

Doch außer ein wenig Aufklärung ist nichts passiert. Lehren wurden nicht gezogen – geändert hat sich so gut wie nichts.

Scheinregierungsstudie will angeblich Handlungsbedarf sehen

Selbst die von der Firma „Bundesverbraucherministerium“ in Auftrag gegebene Begleitforschung zum Portal bestätigt den enormen Handlungsbedarf.

Unter dem Titel „Trends in der Lebensmittelvermarktung“ empfahlen die Agrifood Consulting GmbH und Prof. Dr. Achim Spiller von der Georg-August-Universität Göttingen im Januar 2012, „Rahmenbedingungen auf dem Lebensmittelmarkt zu schaffen die den Kunden, aber auch den Mitbewerbern Schutz vor opportunistischem Verhalten einzelner Unternehmen bieten.“

Zudem müsse vor diesem Hintergrund „auch bestehende rechtliche Regelungen und Begriffsfassungen kritisch hinterfragt werden.“

(Anm.d.Red.: Wir fügen hinzu: Vor allen Dingen müsste sich endlich mal zum Schutz der Konsumenten nicht nur etwas, sondern eine ganze Menge ändern. Ende der redaktionellen Anmerkung).

foodwatch legt Aktionsplan vor

Um die Diskussion über Lösungen des vielfältig beschriebenen Problems der legalen Verbrauchertäuschung voranzubringen, hat foodwatch einen Aktionsplan für nationale wie europäische Regelungen vorgelegt – verbunden mit der Forderung an die Scheinbundesregierung, diesen
15-Punkte-Plan für mehr Lebensmittelklarheit durchzusetzen.

1. Vorrang von Information vor Werbung

Die wichtigsten Informationen über ein Lebensmittel müssen groß, verständlich und für alle Hersteller einheitlich auf der Schauseite der Verpackung stehen.

Sie dürfen nicht durch werbliche Verpackungsgestaltung in den Hintergrund gedrängt werden. Werbung darf den Produkteigenschaften nicht widersprechen.

2. Lesbare Mindestschriftgröße

Alle Produktinformationen müssen deutlich sichtbar und auch für ältere Menschen gut lesbar sein.

Anstelle der EU-weit festgelegten 0,9 bis 1,2 Millimeter müssen – wie bei Büchern oder Zeitschriften üblich – wenigstens 2 Millimeter als Mindestschriftgröße vorgegeben werden.

3. Realistische Produktabbildungen

Die Abbildung eines Lebensmittels auf der Verpackung muss dem tatsächlichen Produkt entsprechen. Geschönte Abbildungen müssen untersagt werden.

4. Verbindliche Mengenangaben für beworbene Zutaten

Werden einzelne Zutaten eines Produktes werblich in Bild oder Text hervorgehoben, muss der Hersteller in Form von Prozentangaben nennen, welchen Anteil diese Zutat im Produkt ausmacht.

Die Angabe muss gut sichtbar. direkt bei der werblichen Hervorhebung erfolgen.

5. Umfassende Herkunftskennzeichnung

Hersteller müssen verpflichtet werden, die Herkunftsländer der Hauptzutaten ihrer Produkte anzugeben.

Mit regionaler Herkunft darf nur dann geworben werden, wenn dies durch die tatsächliche Herkunft der Zutaten gedeckt ist und die Ursprungsregion (für Deutschland mindestens landesgenau) für alle Zutaten angegeben wird.

6. Klare Nährwertangaben

Schluss mit verwirrenden Portionsgrößen! Kilokalorien und die wichtigsten Nährwerte (Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz) müssen auf der Schauseite von Verpackungen aufgeführt werden – einheitlich pro 100 Gramm bzw. 100 Milliliter.

Anstelle des Natriumgehalts muss immer der Salzgehalt genannt werden.
Das beste System zur Nährwertinformation, ist zusätzlich die Ampelkennzeichnung nach dem Muster der britischen Food-Standards-Agency.

7. Verständliche Aromen- und Zusatzstoffdeklaration

Der Einsatz von Aromen und Zusatzstoffen muss transparent sein. Werden echte Fruchtaromen verwendet, müssen diese als „natürliches Aroma“ unter Nennung der Frucht in der Zutatenliste stehen.

Alle anderen Aromen müssen dort als „künstliches Aroma“ deklariert werden. Alle gesundheitlich umstrittenen Zusatzstoffe müssen verboten werden.

Werden Zusatzstoffe durch andere Substanzen ersetzt, die nicht unter die EU-Zusatzstoffverordnung fallen, müssen diese unter Angabe ihrer Funktion genannt werden (z.B. „Geschmacksverstärker Hefeextrakt“).

8. Transparenz über die Verwendung tierischer Zutaten und die Form der Tierhaltung

Die tiergerechte Haltung von Nutztieren ist gesetzlich sicherzustellen.
Solange dies nicht gewährleistet ist, müssen die Hersteller von Tierprodukten auf der Verpackung über die Form der Tierhaltung informieren.

Vorbild ist die Angabe der Haltungsform bei frischen Eiern.

(Anm.d.Red.: Die Angabe der Haltungsform bei frischen Eiern ist leider absolut kein Vorbild, da sich viele Menschen nicht wirklich das darunter vorzustellen vermögen, was es tatsächlich ist.

Wer kennt denn schließlich schon den Eier-Code? Wer weiß denn schon, was „3-DE-1234567“ zu bedeuten hat?

News Top-Aktuell bringt ein wenig Licht in die Eierwelt:

Seit 2004 haben Eier eine einheitliche Kennzeichnung. Die führende Ziffer des Eier-Codes informiert dabei über eine der vier Haltungsformen:

0 = Ökologische Erzeugung (sogenannte „Bio-Eier“)
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung

Das Kürzel des Produktionslandes zeigt, aus welchem EU-Land das Ei kommt:

DE = Deutschland
AT = Österreich
IT = Italien
etc.

„3-DE-1234567“ wäre demnach ein deutsches Ei aus tierquälerischer Käfighaltung. Vorsicht: Das gilt nur für den Aufdruck auf dem Ei!

Es kann gut sein, dass ein ähnlicher Code auf der Verpackung DE, als Ort der Verpackungsherstellung ausweist, während die Eier jeweils ein NL tragen, weil nämlich Hennen aus NL (Niederlande) sie legten.

Der mehrstellige Code am Ende („1234567“) verrät Bundesland und Produzent. Ohne Hilfsmittel ist dieser Zahlencode allerdings kaum zu durchschauen. Hier hilft die Webseite: was-steht-auf-dem-ei.de.

Ende der redaktionellen Anmerkung.)

Zurück zu Punkt 8: Transparenz über die Verwendung tierischer Zutaten und die Form der Tierhaltung.

Wo Zutaten tierischen Ursprungs eingesetzt werden, muss dies erkennbar sein.

Das gilt auch für tierische Bestandteile in Aromen oder Zusatzstoffen oder bekannte produktionsbedingte Verunreinigungen.

Wer vollständig auf Zutaten tierischen Ursprungs verzichten möchte, muss die Möglichkeit dazu haben.

9. Lückenlose Kennzeichnungspflicht für genveränderte Pflanzen und Tiere

Der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere muss kenntlich gemacht werden.

Dies gilt auch für Tierprodukte, bei deren Erzeugung gentechnisch veränderte Futtermittel zum Einsatz kamen.

Die bestehende Kennzeichnungslücke muss geschlossen werden, damit Verbraucher echte Wahlfreiheit haben.

10. Transparenz über Herstellungsweise

Wenn die Herstellungsweise eines Produktes beworben wird, muss diese mit konkreten Angaben belegt werden.

Industriell hergestellte Lebensmittel dürfen nicht mit Begriffen wie „traditionell“, „natürlich“ oder „handwerklich“ beworben werden.

Imitate bekannter Produkte müssen als Imitat gekennzeichnet sein.

11. Kennzeichnung herstellungsbedingter Alkoholgehalte

Wird einem Produkt Alkohol zugesetzt oder die Bildung von Alkohol durch die Herstellungsweise gefördert, muss der Alkoholgehalt ausgewiesen werden.

Produkte, die Alkohol auch nur in geringen Mengen enthalten, dürfen nicht als „alkoholfrei“ bezeichnet werden.

12. Mindestfüllmengen für Verpackungen

Große Packung, wenig Inhalt. Mit diesem Trick muss Schluss sein.
Verpackungen und Abbildungen dürfen nicht mehr Inhalt suggerieren, als tatsächlich drin ist.

Daher dürfen Produktabbildungen nicht größer sein als das Produkt selbst. Für Verpackungen ist eine Mindestfüllmenge von 70 Prozent vorzugeben.

13. Marketingverbot für unausgewogene Kinderprodukte

Kinder essen zu viele Süßwaren, sowie sogenannte „Snacks“ und trinken zu viele sogenannte „Soft Drinks“.

Als Kinderprodukte dürfen daher nur noch ausgewogene, den Ernährungsempfehlungen für Kinder entsprechende Lebensmittel vermarktet werden.

Unausgewogene Produkte dürfen nicht länger als >geeignet für Kinder< dargestellt und mit Comicfiguren oder Spielzeugbeigaben attraktiv gemacht werden.

14. Verbot von Gesundheitsversprechen

Lebensmittel sind keine Medikamente. Gesundheitsbezogene Werbeaussagen (Health Claims) sind häufig irreführend und nicht dazu geeignet, eine ausgewogene Ernährung zu fördern – sie sollten daher grundsätzlich verboten werden.

15. Klage- und Informationsrechte für Verbraucherverbände

Nicht alle irreführenden Etikettierungen und Werbepraktiken lassen sich über Kennzeichnungsregeln verhindern.

Legale Verbrauchertäuschung wird durch die ungenügenden Möglichkeiten erleichtert, dagegen vorzugehen.

Verbraucherverbände müssen daher das Recht erhalten, durch ein nationales und europäisches Verbandsklagerecht gegen lebensmittelrechtliche Bestimmungen zu klagen.

(Anm.d.Red.: Die Frage ist nur WO man da klagen will? Die Privatscheingerichte des hiesigen Landes sind dazu bekanntlich vollständig ungeeignet. Ende der redaktionellen Anmerkung.)

Die Verbraucherinformationsrechte dürfen sich nicht länger auf Behörden beschränken. Auch Unternehmen müssen zur Information über Produkte verpflichtet werden.

(Anm.d.Red.: Dem 15-Punkte-Plan von foodwatch haben wir einen weiteren Punkt hinzuzufügen und der betrifft:

Die Gestaltung der Preis- und Mengenangabe

Grundsätzlich ist der Preis für einen Meter, einen Quadratmeter, einen Liter oder ein Kilogramm eines Produktes zu nennen und deutlich via Größe und Farbe des Schriftzuges hervorzuheben.

Das hat sowohl für die Preisnennung auf oder am Produkt zu gelten, wie auch für die Preisnennung in Werbeprospekte.

Der Preis eines Produktes in größeren oder kleineren Abverkaufsmengen, als ein Meter, ein Quadratmeter, ein Liter oder ein Kilogramm, sind ebenfalls zu nennen, dürfen die Hervorhebung des Preises für einen Meter, einen Quadratmeter, einen Liter oder ein Kilogramm eines Produktes aber nicht stören.

Bedeutet: Der Schriftzug des Preises für einen Meter, einen Quadratmeter, einen Liter oder ein Kilogramm eines Produktes hat am auffälligsten, sowie am deutlichsten dargestellt zu werden.

Ende der redaktionellen Anmerkung.)

Informationen zu sogenannten „Bio-Eiern“

Produktion von „Bio-Eiern“? Darunter dürfte sich wohl jede und jeder das bestmögliche für das Huhn vorstellen: Gemütlicher Stall für die Übernachtung und tagsüber Auslauf, so weit das Auge reicht.

Die Realität sieht allerdings mal wieder brutal anders aus.

Bei der Produktion von sogenannten „Bio-Eiern“ gelten folgende Regeln:

Die Legehennen dürfen nicht in Käfigen gehalten werden, sondern nur in Ställen.

Der Stall muss Sitzstangen haben (jede Henne hat ein Recht auf 18 Zentimeter Sitzstange) und muss zu einem Drittel mit Stroh, Holzspänen oder Sand ausgestreut sein.

Im gesamten Stall dürfen nicht mehr als 3000 Hennen wohnen und maximal 6 Hühner haben sich einen Quadratmeter zu teilen.

Im Auslauf müssen jedem Huhn vier weitere Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Klingt das für Sie nach artgerechter Haltung? Also für uns klingt das eher nach schauderhaften Umständen und nach Tierquälerei.

Bodenhaltung klingt besser, als sie ist

„Bodenhaltung“ klingt irgendwie halbwegs natürlich. Ist sie aber nicht.
Neun Hennen teilen sich einen Quadratmeter und nur innerhalb ihrer geschlossenen Ställe dürfen sie sich „frei“ bewegen.

Der „Boden“ ist dabei nicht das, was wir darunter verstehen. Es können nämlich auch drei Etagen sein. Dann teilen sich 18 Hühner einen Quadratmeter Stallgrundfläche („Volierenhaltung“).

Oft handelt es sich um Gitterroste, damit der Kot hindurchfallen und automatisiert von den Hennen getrennt werden kann.

Anders als bei Bio- oder Freilandhaltung haben sie darüber hinaus keinen Auslauf, es gibt nur einen Scharrbereich mit Streu. Das Futtermittel kann von sonstwoher kommen.

Kurzum: Code-2-Hühnereier aus Bodenhaltung kann man guten Gewissens nicht kaufen.

Das Schlimmste von allen: Code 3-Eier (Kleingruppenhaltung/Käfighaltung)

Die „konventionelle Käfighaltung“ existiert in der EU begrifflich nicht mehr. Heute gibt es die „Kleingruppenhaltung“, die natürlich auch nur eine Käfighaltung ist.

Hinzu kommt, dass diese Haltungsbedingungen landesweit unterschiedlich geregelt sind, ausgehend von der Tierschutznutztierhaltungsverordnung, die an vielen Stellen vage bleibt. Code-3-Eier sollte man auf jeden Fall meiden.

Wer isst denn freiwillig Käfigeier?

Sie werden lachen oder weinen (ganz nach Belieben): Viele von uns essen Käfigeier, ohne es zu wissen.

Zwar findet man im direkten Handel nur noch selten Käfigeier, doch der Trick ist, dass mit der Verarbeitung der Eier die Pflicht zur Kennzeichnung entfällt.

Einer Packung Eiernudeln sieht man leider nicht an, was für Eier verarbeitet wurden.

Auf einigen Webseiten finden Sie daher dankenswerterweise Listen von Produkten bzw. Herstellern, die keine Käfigeier verarbeiten, wie zum Beispiel auf tierschutzbund.de oder bei albert-schweitzer-stiftung.de. Sie zeigen teils auch, wer gewiss Käfigeier verarbeitet.

Wie „Bio“ sind gefärbte Eier?

Meist gar nicht, denn bereits gekochte oder gefärbte Eier, wie man sie manchmal bei sogenannten „Feinkostläden“ oder Metzgern an der Theke findet, gelten als verarbeitet und sind daher nicht kennzeichnungspflichtig.

Es kann sich bei gefärbten Eiern also durchaus um billige Eier aus Käfig- oder Bodenhaltung handeln.

Daher gilt: Zu Ostern Eier lieber selbst färben.

Wie man das ohne künstliche Farbstoffe hin bekommt, wird hier beschrieben: Ostereier natürlich färben

Ist Bio beim Ei nicht bloß ein Etikettenschwindel?

Sogenannte „Bio“-, „Qualitäts“- und sonstige ominösen Siegel sind grundsätzlich Etikettenschwindel.

All diese „Siegel“, „Zertifizierungen“ und ähnlicher Schnökes haben nur einen einzigen Sinn und Zweck: den Konsumenten so viel Geld wie möglich abzuknöpfen.

Allein dafür wurden all diese wohlklingenden Siegel und Begriffe in ´s Leben gerufen, und für überhaupt nichts anderes.

Es kann getrost davon ausgegangen werden, dass absolut katastrophale Tierhaltung mit voller Absicht geschaffen wurde, denn nur so konnte man den Konsumenten später etwas vermeintlich besseres präsentieren, was natürlich sehr viel teurer ist: „Bio“.

Sogenannte „Bio-Eier“ werden zwar unter etwas weniger katastrophalen Umständen produziert, dennoch kann auch dabei mit Fug und Recht von Tierquälerei gesprochen werden, denn:

3000 Tiere in einem Stall, in welchem sich sechs Hennen einen Quadratmeter teilen müssen, sind garantiert keine paradiesischen Zustände, sondern das ist eben „BiO“: Bestialische inakzeptabele Organisation.

Nötig ist nicht Klarheit und Wahrheit über einige wenige Produkte im Internet, sondern über alle Produkte im Supermarkt!

Das lässt sich nur erreichen, wenn die Konsumenten sich beklagen und entsprechende Regelungen und Pflichten eingeführt werden.

Das Beste ist natürlich Selbstversorgung.

 

Eine kurze Geschichte des Lebensmittelschwindels..

                                                                                                                                
https://newstopaktuell.wordpress.com/        News Top-Aktuell abonnieren

Lesen Sie bei uns, was NIE in der Zeitung steht! 

NEWS TOP-AKTUELL

Aktuelle Nachrichten, Schlagzeilen, „breaking news“ und Eilmeldungen aus aller Welt,
den Tatsachen entsprechend aufbereitet

 

15 Antworten zu Eine kurze Geschichte des Lebensmittelschwindels

  1. sicksidearmy sagt:

    Hallo, kennt Ihr *Name ausgeblendet*?

    Es gibt diverse Video´s auf Youtube zum Thema.
    Seine Homepage: *link ausgeblendet*

    News Top-Aktuell:

    Bitte ausschließlich deutschsprachige Internetseiten nennen und/oder verlinken. Wir wollen unsere Leserinnen und Leser nicht benachteiligt sehen, die der englischen Sprache nicht oder nur wenig mächtig sind.

    Vielen Dank für Ihr Verständnis.

    Wenn man gesehen hat wie mit Tieren umgegangen wird, erübrigen sich alle weiteren Komentare.
    BOYKOTTIEREN, nicht nur die Eier, aber das wäre ein Anfang.
    Wir mach das schon länger so.

    News Top-Aktuell:

    Wie teilweise mit Tieren umgegangen wird, ist überaus unschön, nicht aber, das tierische Produkte hergestellt und konsumiert werden. Der Mensch ist nämlich ein omnivores Lebewesen, welches für eine gesunde Ernährung zwingend auch tierische Produkte benötigt.

    Tierquälerei soll gern boykottiert werden, nicht aber der Konsum tierischer Produkte, denn die sind für eine gesunde Ernährung unverzichtbar.

    Gruß an alle.

    News Top-Aktuell:

    Ein Gruß auch an Sie, von:

    News Top-Aktuell

  2. TOM sagt:

    antwort gegenfrage: es ist überall gleich. könntet in einer der nächsten artickel über die bilderberger direkt schreiben? DANKE liebes nta team.

    News Top-Aktuell:

    Ihre Bitte ist notiert. Wann wir einen entsprechenden Artikel veröffentlichen werden, können wir leider nicht mitteilen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

  3. TOM sagt:

    man sollte die krimminellen sofort einkerkern und mit millionen Menschen zur FED gehen

    News Top-Aktuell:

    Dem stimmen wir zu, bis auf die ersten beiden Worte: „man sollte“.

    Diese bitte gegen „Wir müssen“ austauschen, und schon stimmen wir vollständig zu.

  4. peter sagt:

    zum Thema Tiere und Emotionen. Na sicher doch besitzen Tiere Emotionen.

    News Top-Aktuell:

    Ach ja!? Und woher wissen Sie das so genau?

    Schau doch mal n Hund beim kacken zu, wie der sich zum Teil schämt. Oder wie er sich freut, wenn er dich begrüßt. Oder sich wohlfühlt, wenn du ihn kraulst….

    News Top-Aktuell:

    Ah ja. Dazu möchten wir Ihnen und anderen jetzt gern mal fogendes mitteilen:

    Die Menschen machen immer wieder den selben Fehler: Sie sind fest davon überzeugt, dass ihre eigenen Verhaltensweisen auf andere Lebewesen übertragbar wären.

    Wenn ein Hund zum Beispiel mit seinem Schwanz wedelt, dann wird diesem Verhalten Freude angedichtet. Wieso eigentlich?! Wie kommt man eigentlich auf solche Ideen, dass das so wäre oder sein könnte!??

    Drehen wir ´s spaßeshalber um und sehen das jetzt mal aus der Sicht eines Hundes.

    Da steht nun ein nackter Mann vor ihm, der nicht mit seinem Schwanz wedelt. Wovon geht der Hund jetzt aus? Etwa davon, dass sich dieser Mann nicht freut? Wohl kaum.

    Noch besser wird ´s bei Frauen! Die haben gar keinen Schwanz – können sich also gar nicht freuen, oder was?!

    Liebe Leute…

    Macht nicht immer den Fehler, die eigenen Verhaltensweisen auf andere Lebewesen übertragen zu wollen.

    Da gibt es weibliche Menschen, die nach dem Geschlechtsverkehr zufrieden seufzen. Es gibt allerdings weibliche Tiere, die nach dem Geschlechtsverkehr ihren Partner auffressen.

    Also bitte nicht das menschliche Verhalten auf Tiere übertragen wollen.

    Ob ein Tier sowas wie Emotionen besitzt, weiß kein Mensch wirklich. Eines ist jedoch bekannt: Emotionen setzen ein gewisses Maß an Hinkapazität voraus. Hinkapazität, die bei Hunden schon mal nicht vorhanden ist.

    • jipiayay sagt:

      ?????………frau und mann zeigen ihre freude bekanntlich durch ein lächeln! wo ist da jetzt die schematik gegenüber einem hund?

      News Top-Aktuell:

      Hunde lächeln nicht.

      und der vergleich zwischen einem geschlechtsakt zwischen menschen und dann spinnen………der hakt ja gewaltig.

      News Top-Aktuell:

      Teilen Sie das nicht uns mit. Teilen Sie das jenen mit, die immer so gern menschliche Verhaltensweisen auf Tiere übertragen wollen.

      und bitte……..hunde oder tiere generell haben keine hirnkapaziät????………woher stammt denn der unfug?

      News Top-Aktuell:

      Der Unfug stammt von Ihnen, denn wir schrieben folgendes: Emotionen setzen ein gewisses Maß an Hinkapazität voraus. Hinkapazität, die bei Hunden schon mal nicht vorhanden ist.

      Wir schrieben nicht, dass Hunde oder Tiere generell keine Hirnkapazität haben, sondern teilten mit, dass bei Hunden eine gewisse Hirnkapazität nicht vorhanden ist.

      Und nun ist die Diskussion über Hunde beendet. Es geht im hiesigen Artikel nämlich um Lebensmittel.

    • Mitleser sagt:

      *Kommentar ausgeblendet*

      News Top-Aktuell:

      Wenn wir mitgeteilt haben, dass die Diskussion beendet ist, dann meinen wir das auch so. Sie würden gut daran tun, das zu akzeptieren. Ansonsten verordnen wir nämlich lebenslangen Dauerurlaub auf unserer Sperrliste.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: