Atomkraftwahnsinn – Das Vermächtnis des Valeri Legasov

 

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„Hätte es eine solche Philosophie gegeben, die die Umhüllung jedes Kernreaktors mit einem Containment als unerlässlich betrachtet, hätte der RBMK-Reaktor überhaupt nicht konstruiert werden dürfen.“ Das sagte einst Valeri Alekseevich Legasov.

Nach der Katastrophe von Tschernobyl war Legasov eine Schlüsselfigur in der Regierungskommission, welche die Gründe der Katastrophe untersuchen und einen Plan zur Beseitigung der Folgen entwickeln sollte.

Er traf die wichtigsten Entscheidungen, um größere Explosionen zu vermeiden und informierte die Regierung über die Situation.

Er berichtete seinen Kollegen und der Presse unmittelbar von den Sicherheitsrisiken des zerstörten Reaktors und forderte die sofortige Evakuierung der Stadt Prypjat.

Im August 1986 präsentierte er den Bericht der sowjetischen Delegation auf einem Sondertreffen der Internationalen Atomenergieorganisation in Wien.

Sein Bericht zum Ausmaß und den Konsequenzen der Katastrophe wirkte dort auf seine westlichen Kollegen wenig überzeugend. Die Zahlen wurden als „zu hoch“ und „unglaubwürdig“ bezeichnet.

Valeri Legasov wurde am Morgen des 27. April 1988, zwei Jahre nach der Explosion von Tschernobyl, tot in seinem Haus nahe Moskau aufgefunden.

Er hatte sich durch Erhängen das Leben genommen. Zuvor hatte er als politisches Testament noch ein Tondokument erstellt, wo er weitere Details zur Tschernobyl-Katastrophe preisgab:

 

 

Sowohl Alla Jaroshinskaja, als auch Wladimir Tschernousenko halten schwere Konstruktionsfehler des Typs RBMK für die wahre Ursache der Katastrophe von Tschernobyl.

Um die Kettenreaktion unter Kontrolle zu halten, wurden zahlreiche Regelstäbe benötigt. Für die Überwachung des Reaktors waren über 1600 Messstellen nötig!

Dieser Reaktortyp war stark überaktiv ausgelegt. Ohne mehrere ständig eingefahrene Regelstäbe, welche die Neutronen auffangen, wäre der Reaktor glatt „durchgegangen“.

Die Brems- oder Regelstäbe des Tschernobyl-Reaktors, die dieses verhindern sollten, hatten zwei weitere katastrophale Eigenheiten:

Sie trugen an ihrer Spitze einen fünf Meter langen Verdrängerstab aus Graphit, der im Normalbetrieb die Neutronenbilanz des Reaktors verbessern sollte.

Bei der Schnellabschaltung des Reaktors in Tschernobyl, bei der die Regelstäbe eingefahren wurden, heizten diese Graphitstäbe die Reaktion kurzfristig zusätzlich an.

Die Regelstäbe des RBMK-1000-Reaktors ließen sich mit einer Geschwindigkeit von 40 cm in der Sekunde bewegen. Man benötigte daher 20 Sekunden, um sie von der höchsten Position bis zum tiefsten Punkt zu fahren, was aus kernreaktiver Sicht eine sprichwörtliche halbe Ewigkeit ist.

Die in Kanada eingesetzten CANDU-Reaktoren, mit schwerem Wasser als Moderator, sowie die Druckwasser-Reaktoren in den USA und Japan, benötigen dafür eine Sekunde.

Der Reaktortyp RBMK war hyperaktiv und instabil konstruiert. Es waren zahlreiche Messstellen zur Überwachung notwendig und es kam zudem zu Brüchen in den radioaktiven Dampf befördernden Leitungen, aufgrund der durch die Hitze verursachten Korrosion, die als hinnehmbar bezeichnet wurden.

Valeri Legasov, der stellvertretende Direktor des Kurtschatow-Instituts für Atomenergie, erklärte Michail Gorbatschow und dem versammelten Politbüro am 03.07.1986:

Der RBMK-Reaktor entspricht in einigen Positionen nicht den nationalen und internationalen Anforderungen.

Es fehlen ein Schutzsystem, ein Dosimetriesystem und die Außenkappe (Containment).

 

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Mehrere unabhängige Untersuchungen zu den Gründen der Katastrophe in Tschernobyl hatten gezeigt, dass beim Entwurf und der Konstruktion der radioaktiven Zone sowie der Kontroll- und Sicherheitssysteme des RBMK-Reaktors nicht weniger als 32 Verstöße gegen die nuklearen Sicherheitsbestimmungen begangen worden sind. Die gravierenden Mängel des RBMK-Reaktors hätten sich sonst nicht verschleiern lassen.

Schon allein die Tatsache, dass dieser Reaktor entwickelt worden ist, stellt vom Standpunkt der internationalen und überhaupt der normalen Sicherheitsstandards eine Ungesetzlichkeit dar.

Es ist also im Fazit Tschernousenko und Jaroshinskaja Recht zu geben. Dies wird durch das denkwürdige Politbüroprotokoll vom 03.07.1986 ebenfalls belegt, welches bei Jaroshinskaja nachzulesen ist.

Es waren schwere Konstruktionsfehler am RBMK-Reaktor, die zu dem Unfall in Tschernobyl entscheidend beitrugen.

Zum Abschluss sei noch Alla Jaroshinskaja zitiert:

Und trotz all dieser Mängel wurde das Verfahren betreffs der Konstruktionsfehler des RBMK-1000 eingestellt.

Damit blieb die ganze Schuld für die Havarie ausschließlich an der Belegschaft des KKW hängen.

Ihre Abrechnung mit den Machthabern im Politbüro fällt dementsprechend deutlich aus:

Zuerst belogen sie uns über die Ursachen und Folgen der Havarie von Tschernobyl und wälzten dann, obwohl sie die wirklichen Ursachen für das Unglück kannten, die ganze Schuld auf die Belegschaft des Kernkraftwerks ab.

                                                                                                                                
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