Vorsicht Lebensmittelbetrug! Teil 2: Klebefleisch

 

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In der Putensalami steckt Schweinefleisch drin, in der Hühnersuppe so gut wie kein Huhn. Der Maracujasaft wird aus Orangenextrakt hergestellt und für den griechischen Schafskäse wurde billige Kuhmilch verwendet.

Die Herkunft der Äpfel auf dem Kuchen kann durchaus China sein und Käse auf der Pizza sieht aus und schmeckt wie Käse, hat mit dem Naturprodukt aus Milch aber nichts zu tun. Die Mogeleien und Irreführungen häufen sich.

Klebefleisch statt echtem Schnitzel ist natürlich auch möglich – so ziemlich alles ist möglich.

Nicht Spitzenqualität, sondern Klebefleisch erhalten oftmals die Konsumentinnen und Konsumenten, wenn sie ein Steak kaufen. Nicht anders kann das bei Rohschinken vom Schwein oder Putenschinken der Fall sein.

Der Einsatz von bestimmten Enzymen macht es möglich, rohe Fleischstücke zu einem Steak oder schinkenähnlichen Produkt zu verkleben. Dies gelingt so gut, dass sich Klebeschinken kaum von Echtem unterscheiden lässt. Das ist mal wieder nichts anderes, als Betrug.

Verbraucherzentralen wollen ein Verbot – das politkriminelle Nachfolgenazigesindel im Schauspielhaus Reichstagsgebäude will Klebefleisch natürlich nicht verbieten, sondern nur kennzeichnen.

Richtig ärgerlich wird ´s, wenn man in einem Restaurant ein vermeintlich teures Steak bestellt, da die Preise im Restaurant bekanntlich meist reichlich hoch sind.

Nicht nur die Fleisch verarbeitende Industrie, sondern auch Gastwirte können aus Fleischresten ihre Filets zusammenpuzzeln: Fleischreste, Wasser und einige Löffel Transglutaminase vermischen, zu einem Stück formen, in Folie wickeln und 24 Stunden kalt stellen. Schon ist das „Filet“ fertig.

 

 

Im Restaurant wird man für ein Rinderfilet der Größenordnung 250 Gramm heutzutage bequem 30 bis 40 Euro los.

Wenn das Rinderfilet dann aber gar keins ist, sondern aus billigen zusammengeklebten Fleischstücken besteht, so wird ´s extrem ärgerlich, denn in diesem Fall hat man nicht nur einen viel zu hohen Preis bezahlt, sondern auch noch nicht einmal das bekommen, was man haben wollte.

Designte Steaks in jeder gewünschten Form

Die Fleischindustrie kann kostensparend Zuschnitte von Fleischstücken anbieten, die vorher niemals möglich waren – und Sie merken es nicht mal. Sie freuen sich über ein knusprig gebratenes Steak, welches gar kein Steak ist.

 

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Möglich macht das eine Mixtur aus Thrombin und Fibrinogen. Diese Präparate gibt’s genauso für Geflügelprodukte, für Fisch, ja sogar zum Verleimen von Hummern gibt es einen Extrakt aus Hummerblut.

Im April 2005 hat die EFSA (European Food Safety Authority – die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) – erklärt, dass die Verwendung von Fibrinogen und Thrombin zum Zusammenfügen von Fleisch unbedenklich ist. In den Vereinigten Staaten wurde die Verwendung von Fibrinogen und Thrombin von der USDA (US Department of Agriculture) zugelassen.

Dann gab es Bedenken und es sollte durch die EU verboten werden.

Parlament sieht Verbraucherschutz verletzt – EU stoppt Zulassung von Klebefleisch-Enzym – 19.05.2010

Mit ihm kann man kleine Fleischreste so zusammensetzen, dass sie wieder wie ein komplettes Stück aussehen – das Enzym Thrombin ermöglicht die Produktion des so-genannten Klebefleisches.

Jetzt hat das EU-Parlament dem Stoff jedoch die Zulassung für Lebensmittel verweigert – die Methode sei „unappetitlich, gesundheitlich nicht unbedenklich und eine klare Täuschung der Verbraucher“.

AUS PLENUM UND AUSSCHÜSSEN

„Was aussieht wie ein echtes Steak, kann durch und durch ein Kunstprodukt sein. Wenn es um die Verwertung kleinster Fleischreste geht, ist die Industrie erfinderisch. Sie verwendet spezielle Enzyme, die wie Klebstoff wirken – der Käufer kann mit bloßem Auge keinen Unterschied erkennen.

Bedenklich sei das, stellte das EU-Parlament fest. Auf dem Tisch lag ein Verordnungsentwurf der EU-Kommission über die europaweite Zulassung bestimmter Nahrungsmittel-Zusatzstoffe. Unter ihnen: das Eiweiß Thrombin.

Es wird aus dem Blut von Rindern und Schweinen gewonnen und dient als Klebefleisch-Enzym. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat es als unbedenklich eingestuft.

Mit hauchdünner Mehrheit entschieden die Abgeordneten jetzt, dem Protein die Zulassung zu verweigern. Ihre Befürchtung: Fleisch aus vielen Einzelteilen biete mehr Angriffsfläche für gefährliche Bakterien, etwa für Salmonellen.

 

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Besonders problematisch sei, dass „das Zusammenfügen in kaltem Zustand, ohne Zugabe von Salz und ohne eine anschließende Erhitzung durchgeführt werden kann“.

Die Kommission muss sich dem Parlament nun beugen. Völlig vom Tisch ist das Klebefleisch damit aber nicht: Es gibt außer dem Thrombin noch andere Fleischkleber.

Außerdem kann Thrombin auch über nationale Regelungen zum Einsatz kommen – so auch in Deutschland, das im Gegenzug eine Kennzeichnung vorschreibt.

Das Parlament hat jedoch ein klares Zeichen gesetzt: „Die Gefahr der Irreführung der Verbraucher ist offensichtlich“, hieß es in der Stellungnahme des Plenums.“

Lebensmittelenzym Thrombin ist unbedenklich – 17.09.2015

„Das Enzym Thrombin wird aus Schweine- oder Rinderblut gewonnen. Es wird bei der Lebensmittelverarbeitung zusammen mit Fibrinogen eingesetzt, einem Protein, das ebenfalls aus dem Blut dieser Tiere gewonnen wird, um einzelne Fleisch- oder Fischstücke zusammenzusetzen.

Die Wissenschaftler des Gremiums für Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Enzyme, Aromastoffe und Verarbeitungshilfsstoffe (CEF-Gremium), kommen zu dem Schluss, dass gegen Thrombin keine Sicherheitsbedenken bestehen – ausgehend von der Tatsache, dass es aus Teilen der Tiere selbst gewonnen wird, die zum menschlichen Verzehr bestimmt sind, vorausgesetzt, dass die Herstellung unter hygienischen Bedingungen erfolgt, den EU-Vorschriften entspricht.

Zur Abschätzung der ernährungsbedingten Exposition gegenüber Thrombin griffen die Sachverständigen auf die umfassende Europäische Datenbank über den Lebensmittelverzehr zurück.“

Was sollen wir nun als Verbraucher glauben? Was ist richtig? Was ist falsch?

Müssen wir vor Entscheidungen der EFSA warnen? Die Antwort lautet: Ja! Lesen Sie dazu: Lobbyverflechtungen – EFSA gefährdet unsere Gesundheit zugunsten der Industrie!

Damit Sie sehen, warum es als unbedenklich eingestuft wurde: Die ILSI berät die EU und wen entdecken wir dort? Genau! Ajinomoto Europe S.A.S, die das Mittel herstellen, damit Sie in Zukunft weiterhin billiges Klebefleisch essen und dafür teuer bezahlen dürfen!

 

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Transglutaminasen

Transglutaminasen sind Enzyme. Diese Enzyme werden nicht nur bei Fleisch verwendet, sie haben sich auch im Milchregal bewährt, denn damit bekommt man die besonders sämigen, cremigen Joghurts hin.
Transglutaminasen werden auch für Fisch verwendet, sogar Tofu können Sie damit verkleben.

 

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Mittlerweile gibt es fast nichts, wofür es nicht verwendet werden kann: Tofu, Formschinken Pizza, aber auch für Backwaren zur Verbesserung der Teigeigenschaften und bei gefrorenen Teiglingen.

Gentechnik

In der Lebensmittelproduktion eingesetzte Enzyme werden in der Regel mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Andere Präparate sind kaum noch auf dem Markt.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist nur ein Transglutaminase-Präparat auf dem europäischen Markt, das mit Hilfe des konventionellen Bakteriums Streptoverticillium mobaraense gewonnen wird.

Grundsätzlich ist die Herstellungsweise von Enzymen kein Kennzeichnungstatbestand. Daher müssen auch mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen erzeugte Enzyme nicht besonders gekennzeichnet werden.

Was steckt hinter diesem Klebefleisch und wie kann man geklebtes Fleisch erkennen?

Hinter Klebefleisch steckt nichts anderes als Profitmacherei und Betrug.

In der Fleischindustrie entstehen immer wieder kleine Fleischstücke und Fleischreste, welche „Abschnitte“ genannt werden.

Man könnte diese in Koch- und Brühwürsten verarbeiten – man kann sie aber auch mit Transglutaminase zusammenkleben und vortäuschen, dass es sich um Rinderfilet, Schweineschnitzel oder was auch immer von Wert handeln würde.

Konsumentinnen und Konsumenten haben es schwer, hochwertiges Fleisch von Klebefleisch zu unterscheiden, aber dennoch ist es möglich.

 

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Dazu ist auf die Fleischfasern zu achten, die stets in nur eine Richtung laufen sollten.

Findet sich in einem Stück Fleisch ein Gewirr aus Fleischfasern, in welchem die einen zum Beispiel von Nord nach Süd und die anderen von West nach Süd-Süd-West verlaufen, so kann man sicher sein, das hier etwas nicht stimmt.

Wer die Frage stellt, wo und bei was die Lebensmittelindustrie eigentlich nicht unangenehm auffällt oder betrügt, stellt eine überaus gute Frage, auf welche wir leider keine Antwort haben.

Produkte, die nicht sind, was sie eigentlich sein sollten – Gammelfleisch unter „Schutzatmosphäre“ – giftiges Nitrit in fast allen Wurst- und Schinkenprodukten – Schimmelfleisch als „dry aged beef“ – mehr Zusatzstoffe, als alles andere in Fertigprodukten, wovon einige sogar giftig sind – und so weiter und so weiter.

Heutzutage ist nur noch eines zu empfehlen: Selbstversorgung!

                                                                                                                                
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One Response to Vorsicht Lebensmittelbetrug! Teil 2: Klebefleisch

  1. Santeri sagt:

    Oh ja. Lecker. Bei LIDL gibt es nur noch Klebefleisch. Ganz schlimm fand ich diese Grill-Steaks von Lidl. Habe im Sommer immer meine Kumpel zum Grillen geholt. Die Steaks sehen alle gleich aus. Gleiche Form, verpackt, mariniert… Das ganze Gebräu stinkt beim Grillen und das Fleisch riecht nach alter Pisse. Widerlich.

    Zum Glück habe ich um die Ecke ein Privatunternehmen für Fleisch und Wurst – *Name ausgeblendet (bitte keine Schleichwerbung)*. Da hole ich meine Steaks und Wurst. Kostet zwar mehr, dafür schmeckt es gut und es gibt kein Geruch nach Antibiotika oder „alter Pisse LIDL Marinade“.

    News Top-Aktuell:

    Wo Sie Ihre Bratwürstchen erwerben, wird auch Nitritpökelsalz und Brätfibrisol verwendet. Die sind also keinen Deut besser als die anderen. Am besten ist Eigenherstellung. Da weiß man deutlich besser, was man hat.

    Ich kann jedem warmherzlichst empfehlen – sucht euch einen lokalen Bauern oder Fleischer Ihres Vertrauens.

    News Top-Aktuell:

    He he… 🙂
    „Fleischer Ihres Vertrauens“! Der wird demnächst bei und Thema sein. Dann werden Sie sich wundern, was vom sogenannten „Fleischer Ihres Vertrauens“ zu halten ist.

    Oft lassen die Bauern für sich selber separat Tiere züchten.

    News Top-Aktuell:

    Inkorrekt. Bauern lassen nicht Tiere züchten, sondern züchten selber Tiere.

    Klar kostet ein gesundes Tier mehr.

    News Top-Aktuell:

    Inkorrekt. Ein krankes kostet nicht mehr als ein gesundes Tier – zumindest am Agrarmarkt für die Weiterverarbeitungsindustrie.

    Dann lieber ein mal die Woche ein Festmal zubereiten, als jeden Tag Industrie Abfall zu verzehren.

    News Top-Aktuell:

    Bleiben Sie hübsch bei uns und verfolgen Sie weiterhin unsere Serie zu diesem Thema. Dann werden Sie noch ihr blaues Wunder erleben. 🙂

    „Der Fleischer Ihres Vertrauens“. He he… 🙂
    Völlig lustig. 🙂

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