Alkoholfrei muss nicht alkoholfrei sein

 

 

„Alkoholfrei“ heißt nicht immer frei von Alkohol – und in manchen Produkten steckt Alkohol, obwohl ihn niemand dort vermutet.

Labortests ergaben: Alkohol taucht sogar in Kindersüßigkeiten auf, wie zum Beispiel in Ferreros „Milchschnitte“ oder in Nestlés „Bärensnack“. Auf den Packungen steht davon freilich nichts.

Es handelt sich zwar nur um relativ geringe Mengen, doch hat Alkohol in Süßigkeiten für Kinder gleich mal gar nichts zu suchen und Süßigkeiten nichts in den Mündern von Kindern, wobei letzteres ein anderes Thema ist, um das es hier nicht gehen soll.

Bis heute gibt es Kennzeichnungslücken, und die beziehen sich nicht nur auf Früchte, wie Bananen, Säfte, Kefir oder Sauerkraut – also Lebensmittel, in denen Gärungsprozesse ganz natürlich stattfinden.

Auch in vielen Fertiggerichten und Getränken steckt Alkohol, ohne dass dieser deklariert ist.

Der Grundsatz: Wird Alkohol als Zutat einem verpackten Lebensmittel beigemischt – etwa bei Pralinen – muss dieser in der Zutatenliste angegeben werden.

In vielen anderen Fällen ist das jedoch nicht so. Ein Wegweiser durch die Kennzeichnungslücken und Absurditäten des sogenannten „Lebensmittelrecht“:

Bei Getränken muss der Alkoholgehalt laut Lebensmittelinformationsverordnung erst ab 1,2 Volumenprozent deklariert werden.

Bei lose verkaufter Ware, etwa Kuchen oder Pralinen in einem Café oder beim Konditor, muss der Alkoholgehalt nicht in der Theke ausgewiesen werden.

Auch bei Desserts oder alkoholhaltigen Saucen im Restaurant ist eine Angabe in der Speisekarte nicht vorgegeben.

Ist Alkohol ein Hilfsmittel oder Trägerstoff, zum Beispiel für Aromen, gilt er, laut „Lebensmittelrecht“, nicht als „Zutat“ und muss daher in der Zutatenliste nicht auftauchen.

Rezepturen geändert

Letztgenannte Ausnahme war auch ausschlaggebend für die fehlende Information über den Alkoholgehalt in Kindersüßigkeiten.

Nestlé und Ferrero betonten in ihren Reaktionen zwar, dass die Alkoholgehalte unbedenklich seien (was auch sonst?), änderten aber dennoch die Rezepturen für „Bärensnack“ und „Milchschnitte“. Die Herstellung dieser, ohnehin nicht empfehlenswerten „Snacks“,  ist also auch alkoholfrei hinzubekommen.

Selbst wenn es oft nur um geringste Mengen geht: Aus verschiedensten Gründen wollen Konsumentinnen und Konsumenten auch darauf verzichten!

Ob wegen einer Schwangerschaft, ob aus religiöser Verdummung, oder auch, weil ein trockener Alkoholiker solche Produkte meiden möchte.

Wir fordern daher: Wird einem Produkt Alkohol zugesetzt oder die Bildung von Alkohol durch die Herstellungsweise gefördert, muss der Alkoholgehalt auch ausgewiesen werden.

„Alkoholfrei“ heißt nicht immer frei von Alkohol

Ganz absurd wird es, wenn es um den Begriff „alkoholfrei“ geht, denn dieser bedeutet keineswegs „frei von Alkohol“, auch wenn in Umfragen 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung dies erwarten.

Ausdrücklich „erlaubt“ der von der Bevölkerung nicht legitimierte Scheingesetzgeber für „alkoholfreien Wein“, dass dieser bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten darf – so regelt es die „Deutsche Weinverordnung“ unsinnigerweise.

Für Bier dagegen, gibt es keine scheingesetzliche Grundlage. Die Brauereien sind jedoch einfach so frei und orientieren sich am Wein. Heißt: Alles unter 0,5 Volumenprozent ist für sie „alkoholfrei“, was nichts anderes, als Täuschung, Irreführung und Etikettenschwindel ist.

Nur einzelne Anbieter bieten wirklich alkoholfreie „0,0 %“-Biere an, doch das sind Ausnahmen.

Hierzulande „alkoholfrei“ – in England „wenig Alkohol“

In anderen Ländern geht das transparenter. Großbritannien erlaubt unter dem Titel „alcohol free“ nur Spuren (bis zu 0,05 Volumenprozent) Alkohol.

Die Folge: So manche Brauerei verkauft dasselbe Bier in England für jeden verständlich als alkoholreduziert („low alcohol“), was sie in Deutschland als „alkoholfrei“ vermarktet.

Fazit und Forderung: Wo „alkoholfrei“ drauf steht, darf auch kein Alkohol drin sein.

Wenn eine Bezeichnung wie „alkoholreduziert“ in Großbritannien funktioniert, sollte das auch im hiesigen Land kein Problem sein.

Es ist auch gar nicht zu verstehen, warum hierzulande überall getrickst wird. Wo ist das Problem, bei einem Bier, welches 0,5 Prozent Volumenprozent Alkohol enthält, ehrlich mitzuteilen, dass es sich um ein Bier mit wenig Alkohol handelt? Warum schreibt man auf sowas „alkoholfrei“ drauf?!

Für den gesunden Menschenverstand ist das nicht nachvollziehbar, denn das erzeugt bestenfalls verärgerte Kunden, welche die Hersteller, von vermeintlich „alkoholfreien“ Bier, künftig meiden, weil sie sich nicht länger von diesen belügen und für dumm verkaufen lassen wollen.

Das gilt selbstverständlich auch für jeden anderen Etikettenschwindel, wie zum Beispiel „Seelachsfilet“, „Hähnchenbrustfilet“, „Lachsforelle“, „Schweinelachs“, „Bio“ und ähnliche Vorgaukeleien.

Aufforderung an die Hersteller: Hört damit auf, jene zu verarschen, von denen ihr lebt! Hört mit dieser Etikettenschwindelei auf! Schreibt endlich drauf, was drin ist und packt nicht rein, was nicht rein gehört!

Ansonsten gibt ´s bald nur noch Selbstversorger (ein Trend, der mehr und mehr populär wird).

                                                                                                                                
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2 Responses to Alkoholfrei muss nicht alkoholfrei sein

  1. Alex sagt:

    Hallo,

    Alkohol produziert unser Körper auch von alleine, am meisten während dem essen. Also sind wir alle latente Alkoholiker.

    News Top-Aktuell:

    Inkorrekt. Der menschliche Körper mag selbst Alkohol produzieren können, nachdem Nahrung aufgenommen wurde. Diese Mengen sind allerdings dermaßen gering, dass sie im Grunde gar nicht messbar sind. Der Mensch ist daher nicht ein latenter Alkoholiker.

    Im Übrigen geht es um etwas anderes, nämlich darum, dass in Produkten Alkohol zu finden ist, die eigentlich keinen Alkohol enthalten sollten.

    Dass die Hersteller all mögliches in die Lebensmittel rein packen, ist schon dreist. Als Hersteller von elektronischen Produkten kenne ich die extremsten und absurdesten Auflagen von der EU was alles für Blödsinn auf die Verpackung muss.

    News Top-Aktuell:

    Interessant. Was muss denn auf die Verpackung und warum bezeichnen Sie das als „Blödsinn“?

    Und mich ärgert, dass bei der Lebensmittel gibt es eben all diese strenge Regelungen nicht.

    News Top-Aktuell:

    Mit diesem, Ihrem Satz, ist leider absolut gar nichts anzufangen.

    Obwohl wir ja damit täglich in Kontakt kommen. Was für Gifte und Zusatzmittel da rein gepumpt werden ist schon extrem.

    Nur zu meckern hilft nicht.

    News Top-Aktuell:

    Stimmt. Man sollte auch entsprechende Konsequenzen ziehen, wozu wir ja immer wieder raten.

    Euer blog ist echt gut und hat viele Infos, aber es geht nur um Beschwerden – alle sind schlecht – die sind Nazi – gebt uns dies, macht das usw…

    News Top-Aktuell:

    Inkorrekt. Es geht nicht „nur um Beschwerden“, sondern um Aufklärung.

    Sprich: ihr schlagt keine Lösungen vor und tut nichts um die Lage zu ändern – zu verbessern.

    News Top-Aktuell:

    Inkorrekt, denn wir haben schon sehr oft Lösungen vorgeschlagen. Vielleicht sollten Sie mal all unsere Artikel lesen, statt nur einen einzigen.

    Im Übrigen sind wir nicht dazu verpflichtet für alles eine Lösung zu haben, geschweige denn, für alles eine Lösung zu präsentieren.

    Ich habe das Gefühl, dass keiner hier möchte in der erste Linie für sich selber Verantwortung übernehmen, sich aus der Sklaverei zu befreien und etwas zu bewegen.

    News Top-Aktuell:

    Ja. Und das betrifft offenbar insbesondere Sie, denn Sie machten uns den inkorrekten Vorwurf, keine Lösungen vorzuschlagen.

    Ihr wartet bis ein neuer König zu Macht kommt und alles für euch ändert.

    News Top-Aktuell:

    Offenbar warten Sie darauf, dass andere für Sie Ihr Essen vorkauen.

    Ich schlage vor, dass wir alle gemeinsam nach Lösungen suchen und etwas dagegen unternehmen.

    News Top-Aktuell:

    Gute Idee.

    Mit einfachen Sachen am Anfang wie – Petition.
    Petition gegen Alkohol
    Petition für eine Verfassung
    Petition für einen Friedensvertrag usw.
    Ob das was bringt? Eher wenig. Aber so werden wir zumindest den Anfang setzten um etwas zu machen.

    News Top-Aktuell:

    Inkorrekt, denn das bringt genau und exakt: gar nichts!
    Vergessen Sie sogenannte „Demos“ – vergessen Sie sogenannte „Petitionen“. Alles Kraft- und Zeitverschwendung. Es gibt nur eins, was hilft: Bevölkerungsrevolution! Ausmisten, von Grund auf.

    Und nicht nur uns über alles beschwerden.

    News Top-Aktuell:

    Wir beschweren uns nicht. Wir sorgen für Aufklärung und Bewusstseinserweiterung.

    Liebe Blogteam: ihr wendet so viel Zeit für das Schreiben von Artikeln auf und könnt das gut.

    News Top-Aktuell:

    Vielen Dank. Das Schreiben ist übrigens halb so wild. Die Recherche ist viiiiiiiiiel aufwendiger.

    Man könnte zu fast jeden Artikel eine Petition starten und diese verbreiten.

    News Top-Aktuell:

    Wie schon erwähnt: Vergessen Sie sogenannte „Petitionen“. Die bringen original und absolut überhaupt nix.

    • Anton Schäfer sagt:

      Was schlagen sie denn vor als „Lösung“?
      Ein wenig mehr (Dumm)Schwätzen??
      Ich wäre auch mehr für Reden. Was aber nur nutzt das, wenn beide Seiten einer Änderung zustimmen würden und sich auch ändern würden?

      Hierzulande ändert sich nichts und der Wunsch der Verbrecher wird bis zur äüßersten Gewalt von denen durchgesetzt. Also was sollen wir tun, ihrer Meinung nach?
      Ruhe bewahren und weiterhin noch blöder werden??

      Vor allem um deren Arsch vorm dünnen Eis zu bewahren
      oder was? 😉 😉 😉

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