Die sowjetische Besatzungszone

 

 

Die sowjetische Besatzungszone (SBZ), Sowjetzone oder Ostzone (umgangssprachlich auch Zone genannt), ist eine der vier Besatzungszonen, die in Deutschland 1945 entsprechend der Konferenz von Jalta entstand.

Zur SBZ gehörten die mitteldeutschen Länder Sachsen und Thüringen, die Provinz Sachsen-Anhalt, ein großer Teil der Provinz Brandenburg sowie Mecklenburg und Vorpommern.

Nicht dazu gehörten die deutschen Ostgebiete, die von Polen und der Sowjetunion bis zu einer friedensvertraglichen Regelung verwaltet werden sollten.

Ausnahmen bildeten anfangs lediglich die westlich der eigentlichen Oder-Neiße-Grenze gelegenen Gebiete um Stettin und Swinemünde, welche auf Grund der unklaren künftigen Grenzziehung zunächst noch Teile der SBZ waren.

Die Gebiete wurden im Zuge der Beschlüsse des Potsdamer Abkommens aus der SBZ wieder ausgegliedert. So wurde zunächst das Stettiner Gebiet am 5. Juli 1945 aus der SBZ herausgelöst und der polnischen Verwaltung unterstellt.

Am 6. Oktober 1945 erfolgte die Übergabe der Stadt Swinemünde an die polnische Verwaltung. Am 7. Oktober 1949 wurde die SBZ das Gebiet der neu gegründeten „Deutschen Demokratischen Republik (DDR)“.

Neben der Gruppe Ulbricht, angeführt durch Walter Ulbricht, den späteren Parteichef der „DDR“, die etwa am 1. Mai in Bruchmühle bei Strausberg ihre Tätigkeiten aufnahm, gab es die Gruppe Ackermann-Matern in Dresden und die Gruppe Sobottka in Warsow bei Stettin.

Diese Gruppen sollten deutsche Selbstverwaltungsorgane schaffen. In den ersten Juni-Tagen folgte eine weitere Gruppe um Wilhelm Pieck.

Polit- und Militärschwerverbrecher aus Großbritannien, Amerika und der Sowjetunion, später auch Frankreich, übernahmen durch die Berliner Erklärung am 5. Juni offiziell die oberste Regierungsgewalt im Deutschen Reich.

Sie stellten die vier Besatzungszonen beziehungsweise für Berlin die vier Sektoren fest und bildeten den Alliierten Kontrollrat.

Die Donau- und Alpenreichsgaue des Deutschen Reiches wurden wieder zu Österreich und ebenfalls in vier alliierte Besatzungszonen aufgeteilt, darunter auch eine SBZ.

Die östlich davon gelegenen Reichsgebiete (Ostdeutschland) wurden unter einstweilige polnische und sowjetische Verwaltung gestellt.

Entsprechend der Erklärung von Jalta zogen Amerika und Großbritannien ihre Truppen in der Zeit vom 1. bis 4. Juli aus den als SBZ bestimmten Gebieten ab (westliches Mecklenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, westliches Sachsen) und rückten im Gegenzug in die Westsektoren Berlins ein.

Zwischen Mai und September 1945 richtete die Geheimpolizei des sowjetischen NKWD insgesamt zehn sogenannte „Speziallager“ auf dem Gebiet der SBZ ein.

Bis 1950 wurden dort mindestens 122.000 Deutsche ohne Verfahren inhaftiert. Tausende von ihnen wurden zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Mindestens 42.000 Menschen kamen in den sowjetischen „Speziallagern“ um´s Leben.

Am 9. Juni übernahm in Deutschland die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) mit Sitz in Berlin-Karlshorst die Regierungsgewalt in der SBZ.

Eine erste territoriale und politische Untergliederung der SBZ geschah bereits im Juni 1945 durch die Errichtung der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen sowie Thüringen mit Verwaltungen in den ehemaligen preußischen Provinzteilen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Der Befehl Nr. 1 vom 9. Juni 1945 über die Organisation der militärischen Administration zur Verwaltung der sowjetischen Okkupationszone in Deutschland, führte die Sowjetische Militärische Administration, später nur Sowjetische Militäradministration ein.

Zum Obersten Chef der Sowjetischen Militärischen Administration wurde General G. K. Shukov ernannt, sein erster Stellvertreter Armeegeneral W. D. Sokolowski, als Stellvertreter des Obersten Chefs in Sachen der Ziviladministration wurde Generaloberst I. A. Serow ernannt. Sitz bzw. Standort wurde die Stadt Berlin.

Am 1. Juli wurde die Deutsche Volkspolizei gegründet; sie wurde nach Genehmigung durch die SMAD am 1. Oktober bewaffnet.

Ein weiterer Befehl der SMAD vom 23. Juli 1945 leitete eine Reorganisation des Finanz-, Bank-, Sparkassen-, und Versicherungswesens ein.

Ein gleichzeitig nicht öffentlich ergangener Befehl bestätigte die bereits am 8. Mai vorgenommene Beschlagnahmung von Geldern und Mitteln aus Geld- und Kreditinstituten.

Vom 3. bis 11. September wurden Verordnungen zur „Durchführung der Bodenreform in Deutschland“ erlassen.

Dabei wurden Landbesitzer entschädigungslos enteignet, die über 100 Hektar Fläche besaßen. Mit Hilfe des Befehls 124 des SMAD und Handlungen der Sequesterkommission wurden alle großen Industriebetriebe enteignet.

Der ersten Demontagewelle fielen etwa 460 Berliner Betriebe zum Opfer. Dies entsprach zirka 75 Prozent der damals noch vorhandenen Kapazitäten.

Im Sinne der sogenannten „Reparationspolitik“ kam es zur Aneignung von Kriegsbeute und Trophäenaktionen, der Demontage, der Enteignung von Industriebetrieben und sonstigen Vermögenswerten, der Errichtung sowjetischer Handelsgesellschaften, der Entnahme von Erzeugnissen aus laufender Produktion und Zwangsarbeit von Kriegsgefangenen, sowie Zivilinternierten auch in der UDSSR. Die Kapazitätsverminderung in einzelnen Industriezweigen betrug 15 bis 100 %.

Am 23. April erschien die Erstausgabe der Lügenzeitung Neues Deutschland, als Organ der SED.

Mehr als 2000 Ingenieure wurden in der „Aktion Ossawakim“ im Oktober 1946 mit ihren Familien in die Sowjetunion gebracht, um an militärischen Entwicklungen (Kern- und Raketentechnik) mitzuarbeiten und deutsche wissenschaftliche Errungenschaften preiszugeben.

Am 1. Dezember wies die Sowjetische Militäradministration (SMAD) den Aufbau der Deutschen Grenzpolizei (DGP) in der SBZ an.

Im Zuge des sich verschärfenden Ost-West-Konflikts in der Deutschlandpolitik der Siegermächte verließen am 20. März die Vertreter der Sowjetunion aus Protest gegen die Londoner Sechsmächtekonferenz den Alliierten Kontrollrat, der damit arbeitsunfähig wurde.

In den drei westlichen Besatzungszonen fand am 20. Juni eine Währungsreform statt.

Am 23. wurde die D-Mark auch in West-Berlin eingeführt. Die Sowjetunion verhängte am 24., als Reaktion auf die mit ihr nicht abgestimmte Währungsreform, in den Westzonen eine Blockade und damit faktische wirtschaftliche Spaltung Deutschlands über die drei Westsektoren Berlins.

Vom 24. bis 28. Juni fand in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und Ost-Berlin eine eigene Währungsreform statt. Es gab viele Provisorien in dieser Zeit, da die Administration von der Währungsreform völlig überrascht wurde.

Auf alte Reichsmarknoten wurden neue Wertzeichen geklebt. Diese Geldscheine wurden im Volksmund Koupon-Mark genannt.

                                                                                                                                
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