Armut in Deutschland weit verbreitet

29. Februar 2016

 

Armut in Deutschland weit verbreitet

 

Deutschland ist das viertreichste Land der Welt, leistet sich aber trotzdem jede Menge arme Menschen.

Die Beschäftigung eilt angeblich von Rekord zu Rekord, die Arbeitslosigkeit sinkt (kein Wunder, bei diesen ungeheuerlichen Fälschereien von Statistiken), die Löhne steigen angeblich kräftig (fragt sich nur, wessen Löhne) – und doch ist Deutschland aus Sicht der Wohlfahrtsverbände ein armes Land.

15,4 Prozent – fast jeder sechste Deutsche – galten nach den verfügbaren Daten aus dem Jahr 2014 als arm, wie aus dem jüngsten Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes und anderer Sozialverbände hervorgeht.

Was ist dran am armen Deutschland?

Nach Definition der Verbände gilt als „arm“, wer in einem Haushalt lebt, der über weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens in Deutschland verfügt.

Nach den jüngsten verfügbaren Daten lag die Armutsschwelle demnach bei 917 Euro für einen Single und bei 1.926 Euro für einen Paarhaushalt mit zwei Kindern.

Die Betrachtung berücksichtigt allerdings nicht, dass man als Single in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern mit 917 Euro monatlich vielleicht noch einigermaßen über die Runden kommt. In München aber ganz sicher nicht.

Das Gefasel, um von Armut und Ungleichverteilung auf der einen Seite – und maßlosen Reichtum auf der anderen Seite abzulenken, ist überaus ideenreich:

Die einen sehen Armut als zwangsläufige Folge von Reichtum an und üben sich in Fatalismus.

Die nächsten betreiben das „alle selbst schuld“-Spiel oder üben sich in „schaut euch die Armen in Uganda an, dann wisst ihr was Armut ist – hier ist niemand arm“-Rhetorik.

Diese wird oftmals noch mit der Glorifizierung der selbst erlebten Armut verknüpft, die mit den bekannten schöngefärbten Erinnerungen an „die gute alte Zeit“ noch zusätzlich romantisiert wird.

Die schönen Zeiten als man noch mit Löwenzahnblumen spielte weil es kein Spielzeug gab, die Suppe dreimal aufgewärmt und die Kleidung dreimal aufgetragen wurde, die 7 Kilometer zur Schule noch zu Fuß zu bewältigen und doch alle glücklich und zufrieden waren.

Abgesehen davon, trompeten die Schweinemedien natürlich wie immer in ´s Horn der Reichen.

Dieses Jahr übt sich auf Spiegel-Online ein Autor mit Namen Guido Kleinhubbert mit einer neuen Begründung, dass es falsch sei, über Armut in Deutschland zu sprechen – oder eher über den „gefährlichen Blues des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes“, der mit seinem Armutsbericht die „gefährliche Mär vom bitterarmen Deutschland singe“, und dies trotz „nachweislich steigender Durchschnittseinkommen, gesunkener Arbeitslosigkeit, Mindestlohn und weiter ausgebauter sozialstaatlicher Leistungen“.

Allein der Begriff „sozialstaatlich“ ist schon eine Zumutung für denkende Menschen, da bekannt und erwiesen ist, dass das hiesige Land kein Staat ist – und von sozial kann auch nicht wirklich die Rede sein.

 

Armut in Deutschland weit verbreitet..

 

In einem Artikel, der mit Sticheleien gegen den Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes nicht geizt, stellt Kleinhubbert die These auf, dass derjenige, der die Botschaft des Wohlfahrtsverbandes einfach so „abkaufe“, schnell von Wut gepackt werden könnte auf das System, die Menschen in Armut vegetieren lässt.

Kleinhubbert stellt auch fest, dass der Wohlfahrtsverband wider besseren Wissens so täte, als ob immer mehr Männer und Frauen trotz harter Arbeit oder gestiegener Hartz IV-Bezüge kein würdiges Leben führen und zum Beispiel ihren Nachwuchs nicht mehr angemessen ernähren“ könnten, was dessen „Fans“ natürlich so glauben.

Daraus würde dann weitere Unruhe in der ohnehin schon verunsicherten Bevölkerung entstehen.

„Verunsichert“! Den Begriff behalten wir mal im Hinterkopf.

Kleinhubberts Artikel hat auch einen einfachen Gegenvorschlag: „Über Ungleichheit könne man reden, aber doch nicht über Armut“.

Dies zu allem Überfluss noch mit einer vermeintlichen Sorge um die Flüchtlinge und die „verunsicherte Bevölkerung“ zu garnieren, ist perfide und soll nichts anderes bewirken, als die Diskussion schon im Keim zu ersticken.

Laut Lügenmedienschreiberling Kleinhubbert kann man also nicht über Armut reden. Wieso eigentlich nicht?

 

Armut in Deutschland weit verbreitet.

 

Dass hierzulande sehr viele Menschen arm sind, ist eine sichtbare Tatsache, was allein schon die über tausend Tafeln beweisen, welche Monat für Monat Menschen vor dem Hungertod bewahren.

Es hat daher hohe Priorität, Armut in Deutschland zur Sprache zu bringen.

Was Kleinhubbert vom Lügenspiegel versucht, ist der Versuch, ein unter der falschen Flagge der Humanität segelndes Schiff namens Verschweigen auf den Weg zu schicken, das der sogenannten „verunsicherten Bevölkerung“ suggerieren soll, dass es doch allen irgendwie gut geht – nur manchen eben mehr und manchen weniger.

Mit der gleichen Argumentation könnte man Diskussionen über die geringen ALG II-Sätze, Mindestlohn, Leiharbeit etc. abwürgen.

All dies könnte ja dazu führen, dass die „verunsicherte Bevölkerung“ noch weiter „verunsichert“ wird und ggf. sich Menschen dem rechten Rand anschließen.

Hier wird also mal wieder mit der Nazikeule gewedelt, denn all jene, welche Missstände zur Sprache bringen, werden und wurden ja schon immer nur zu gern von den Lügenmedien und anderen Unrechtssystemprofiteuren in die Naziecke geschoben.

Kommen wir noch schnell zu dem Begriff „verunsichert“!

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die Lumpenmedien verstandesbegabte Menschen nicht etwa als aufgeklärt und faktenbewusst, sondern stets als „verunsichert“ bezeichnen!?

Wie soll man hierzulande „verunsichert“ sein? Die Tatsachen und Fakten liegen doch im Scheinwerferlicht auf dem Tisch.

                                                                                                                                
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