Fukushima aktuell 2018

12. März 2018

 

 

Im März 2011 hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 die Küste im Nordosten Japans erschüttert und einen Tsunami ausgelöst.

In der Todesfabrik (AKW Fukushima) fiel der Strom aus – die Kühlsysteme versagten – es gab mehrere Explosionen – in drei Reaktoren kam es zur Kernschmelze – Unmengen Radioaktivität wurde freigesetzt.

Rund 160.000 Menschen mussten in der Region nördlich von Tokio in Sicherheit gebracht werden.

Die Aufräumarbeiten in der zerstörten Anlage des Todesfabrik-Betreibers TEPCO werden Jahrzehnte dauern.

Das sogenannte „Industrieministerium“ in Tokio hatte 2013 erklärt, für Aufräumarbeiten und Kompensationszahlungen an die betroffenen Menschen in der Unglücksregion, müssten knapp 98 Milliarden Dollar aufgebracht werden.

Die Kosten der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima belaufen sich „voraussichtlich“ angeblich auf 201 Milliarden Dollar. Damit wäre die Summe mehr als doppelt so hoch, wie ursprünglich geschätzt.

Tatsächlich sind die Kosten der Katastrophe noch nicht einmal ansatzweise zu beziffern, weil diese nämlich unermesslich sind. Das liegt schlicht daran, dass sich die Umweltschäden über gewaltige Zeiträume fortsetzen und andauern werden.

Der Grund dafür ist wiederum, dass einige der freigesetzten radioaktiven Elemente extrem lange Halbwertzeiten aufweisen. Es ist daher grundsätzlich absolut unmöglich, die Schäden einer nuklearen Katastrophe zu beziffern.

Schutzmantel an Fukushima-Reaktor 3 fertiggestellt

TEPCO gab kürzlich die erfolgreiche Fertigstellung einer gewölbten Dachkonstruktion am Gebäude von Reaktor 3 bekannt.

Der Abschluss der Arbeiten ist eine wichtige Voraussetzung für die Bergung der extrem strahlenden und somit hochgefährlichen Brennelemente.

 

 

Das Projekt war im Juli 2017 begonnen worden. Nun wurde das letzte Teil – ein 55 Tonnen schweres, 17 Meter hohes und 22 Meter breites Dachelement – von einem Kran an seine endgültige Position über dem Lagerbecken des Reaktorgebäudes gehoben.

Unter dem Schutz der Dachkonstruktion soll die Bergung der verbliebenen 566 Brennelemente erfolgen. Die 23 Meter breite und 57 Meter lange Hülle bietet genug Platz für das erforderliche Bergungsgerät.

Läuft alles nach Plan, so will TEPCO noch im Herbst mit den Bergungsmaßnahmen beginnen.

Mehr als eine Million Tonnen kontaminiertes Wasser soll ins Meer geleitet werden

Reaktor 3 enthielt gefährliche Mischoxid-Brennelemente aus Uran- und Plutoniumdioxid. Erst im Juli des letzten Jahres war es nach mehreren gescheiterten Versuchen gelungen, mit dem Roboter Mini-Manbo ins Innere eines Reaktors zu blicken und so zu sehen, wie groß der Schaden ist.

Der Reaktorbehälter ist, wie vermutet, durchgebrochen und die geschmolzenen Brennstäbe auf dem Boden darunter wie Lava erstarrt.
Ähnliche Bilder erhielt man aus den beiden anderen Reaktoren. Nach über sechs Jahren fand also die erste Analyse des Schadens statt.

Während noch unklar ist, was mit den drei zerstörten Reaktoren und dem hochradioaktiven Material geschehen soll, rückt allmählich das Ende einer Maßnahme heran, das sich schon lange ankündigte:

Alle Tanks sind bald voll und für weitere ist kaum mehr Platz vorhanden. Die japanische Atombehörde NRA erinnerte nun daran, dass in diesem Jahr eine Entscheidung gefällt werden muss.

NRA-Chef Toyoshi Fuketa erklärte: es gebe ein Problem, wenn nicht bald eine Entscheidung getroffen werde, da es zwei oder drei weitere Jahre brauche, um sich auf das Einleiten ins Meer vorzubereiten. Er sprach sich für das Einleiten des radioaktiv verseuchten Wassers ins Meer aus.

Es sei die einzige Lösung. Auf die Umwelt, die Menschen und die Meeresbewohner werde sich das nicht auswirken. Das sei angeblich „wissenschaftlich klar“.

Nach dem NRA liegt die radioaktive Belastung des in den hunderten Tanks gesammelten Wassers zwischen einer und fünf Millionen Becquerel pro Liter! Das sind eins bis fünf Millionen radioaktive Zerfälle pro Liter pro Sekunde!

Zur Information: Die Strahlenbiologie gibt keinen Wert an, unter welchem radioaktive Zerfälle keinen Schaden verursachen, es sei denn, der Wert ist NULL!

Über Fische oder anderes Meeresgetier kann der radioaktive Inhalt dieses Wassers in den Körper von Menschen gelangen.

Seit mehr als 6 Jahren fließen bei Fukushima Tag für Tag hunderte Tonnen hochradioaktives Wasser in den Pazifik, der bekanntlich mit allen anderen Ozeanen verbunden ist.

Wir empfahlen daher schon im Jahre 2017, nichts mehr aus den Weltmeeren zu verspeisen und auch nicht mehr in diesen schwimmen oder baden zu gehen.

Forderung nach Tsunami-Simulation neun Jahre vor Katastrophe abgelehnt

Bevor es im März 2011 zu den Kernschmelzen im „AKW“ Fukushima Daiichi kam, wurden bereits neun Jahre zuvor Warnungen, vor der Gefahr eines großen Tsunami laut.

Als Konsequenz daraus, wurde von TEPCO die Durchführung einer Simulation mit dem Szenario eines Tsunami als Folge eines Erdbebens vor der Küste der Präfektur Fukushima.

Die Forderung stieß bei TEPCO jedoch auf taube Ohren. Man berief sich auf die Forschungen eines Seismologen und führte die Maßnahme nicht durch.

Diese Behauptungen fanden sich in Aussagen von Shuji Kuwahara, der bei der NISA beschäftigt war. Sie waren im Rahmen der Klage eines Evakuierten vor einem Gericht in Chiba vorgelegt worden.

„Entsorgung“ von kontaminiertem Erdreich geplant

Wie das sogenannte „Umweltministerium“ bekannt gab, will man noch in diesem Frühjahr mit der versuchsweisen Entsorgung von radioaktiv belastetem Erdreich in zwei Testprojekten beginnen.

 

 

In den benachbarten Präfekturen Ibaraki und Tochigi werden 2.500 Kubikmeter auf einem Forschungsgelände der Ortschaft Tokai und weitere 350 Kubikmeter in der Gemeinde Nasu für das öffentliche Experiment genutzt.

Das kontaminierte Material soll vergraben und unter einer Schicht unbelasteter Erde von mehr als 30 Zentimetern Dicke verschwinden.

Je nach Verlauf und Ergebnis der Arbeiten, will die Regierung in Tokio über die Entsorgung des verbliebenen Materials abstimmen und damit den Forderungen der Bürger nach einer Räumung öffentlicher Flächen nachkommen.

Tatsache ist: Es gibt keine Möglichkeit der Entsorgung, sondern nur der Verlagerung von einem Ort, an einen oder mehrere andere Orte. Das Problem wird dadurch nicht im Geringsten kleiner.

Sofort tödliches Strahlungsniveau unter Fukushima-Reaktor 2

Aktuelle Informationen über die Radioaktivität im Reaktorinneren. Sie war im vergangenen Monat bei einer Kamera-Inspektion in Reaktor 2 erfasst worden.

Nach Angaben von TEPCO habe man einen Höchstwert von acht Sievert pro Stunde nachgewiesen – eine Strahlendosis, die für einen Menschen innerhalb einer Stunde tödlich wäre.

Am Betonfundament unter dem Sicherheitsbehälter wurde eine weitaus höhere Radioaktivität mit Werten zwischen 15 und 42 Sievert pro Stunde nachgewiesen.

Auch in anderen Bereichen wurden hohe Werte gemessen. Somit bleibt die Entwicklung von besonders robuster Technologie, die auch unter diesen Umständen ohne Defekt zum Einsatz kommen kann, eine wichtige Voraussetzung für künftige Schritte.

Aktuelle Informationen zum Eiswall

Bei dem Eiswall handelt es sich um einen unterirdisch verlegten Kühlkreislauf, der um die Reaktorgebäude verläuft und in dessen Rohren ein Kühlmittel zirkuliert, um das umgebende Erdreich zu gefrieren und so eine natürliche Barriere zu schaffen.

Auf diese Weise soll eine Vermischung von heranströmenden, sauberen Grundwasser mit bereits stark radioaktiv kontaminiertem Abwasser aus den Reaktoren verhindert werden.

Kritiker sehen den Eiswall jedoch skeptisch, da ein plötzlicher Abfall des Grundwassers auf der Kraftwerkseite zu einem schwallartigen Austritt des extrem radioaktiven Abwassers aus den Untergeschossen der Reaktoren führen könnte.

Zudem ist das Eiswall-Konzept bislang nur in sehr kleinem Maßstab genutzt worden und nicht auf langfristigen Betrieb ausgelegt. In der Vergangenheit war die Effektivität mehrfach in Frage gestellt.

NRA machte freigegebene Dokumente jahrelang nicht zugänglich

Die sogenannte „Atomaufsichtsbehörde“ NRA ist ihrer Informationspflicht für die Allgemeinheit offenbar zweieinhalb Jahre lang nicht nachgekommen.

Dokumente, deren Freigabe erteilt war, fanden demnach nicht ihren Weg auf die Webseite der NRA. Die Gesamtzahl liege bei mehr als 100 Fällen.

Seit September 2015 wurde das angefragte Material nicht auf der Webseite öffentlich zugänglich gemacht.

Die NRA war im September 2012 ins Leben gerufen worden, nachdem die Vorgängerorganisation NISA, sowie weitere Instanzen, wie etwa das Industrieministerium (METI) wegen schlechter Informationspolitik unter Beschuss geraten waren.

Kein Ende in Sicht

Sieben Jahre nach der eigentlichen Katastrophe ist die Katastrophe für Japan noch lange nicht vorbei.

Noch immer tritt aus den Reaktoren radioaktives Material aus, gelangt in die Atmosphäre, das Grundwasser und in den Ozean.

Die Gebiete rund um Fukushima sind nach wie vor stark verseucht und Tag für Tag werden sie weiter kontaminiert.

Letzteres gilt ebenso für den Rest des Planeten, da sich die radioaktiven Stoffe unaufhaltsam auf ihrem Weg um die Erde befinden.

Nach und nach freigesetzt

Tatsächlich bestätigten Experimente im Labor: Das radioaktive Material heftet sich mit Vorliebe an Sandkörner an, doch da bleibt es nicht.
Wird es mit Salzwasser gespült, verliert es seine Haftung und wird wieder frei.

Das bedeutet: Je mehr Ozeanwasser durch Wellen und Gezeiten in den brackigen Grundwasserbereich unterhalb der Strände gelangt, desto salziger wird das Wasser – und desto mehr radioaktive Material wird freigesetzt und strömt ins Meer.

Wahnsinn around the world

Weltweit sind rund 440 nukleare Reaktoren in Betrieb, die übrigens nicht in Betrieb genommen wurden, um etwa Strom zu erzeugen.

Diese Todesfabriken sind in Betrieb, um atomwaffenfähiges Material für den Bau von Massenmordwaffen (Atombomben und Uranmunition) zu erzeugen. Das mit dem „sauberen, günstigen Strom“ hat man der Bevölkerung immer nur erzählt.

                                                                                                                                
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