Gerangel um Opel nimmt kein Ende

6. November 2009

 

 

„Neue Hürde für den US-Autobauer General Motors: Eine halbe Milliarde Euro Unterstützung wollten die Opel-Händler leisten – allerdings nur im Falle einer Trennung von General Motors. Damit einhergehend hätten sie Anteile an einer neuen Opel-Bank erworben, doch damit ist jetzt Schluss!“ berichtet heute Welt Online.

 

Der US-Autobauer General Motors (GM) kann nach seiner Entscheidung, an Opel festzuhalten, nicht mehr mit der geplanten millionenschweren Unterstützung der Opel-Händler rechnen. Albert Still, Vizepräsident des Verbandes Europäische Opelhändler (Euroda), sagte der WELT ONLINE: „Das Thema ist vom Tisch. Es wird weder eine Beteiligung der Händler an Opel noch einen finanziellen Beitrag geben.“

Die europäischen Händler hatten vor neun Monaten den Beschluss gefasst, Opel im Falle einer Trennung vom Mutterkonzern GM mit bis zu 500 Millionen Euro unter die Arme zu greifen. Im Gegenzug hatten sie eine Beteiligung gefordert, beispielsweise an einer neu zu gründenden Opel-Bank. „Die Situation hat sich durch den geplatzten Verkauf geändert. Es besteht keine Grundlage mehr für ein Engagement der Händler“, sagte Still WELT ONLINE. So werde es nun unter anderem keine neue Opel-Bank geben.

Ein Beitrag der Euroda-Mitglieder sei von GM ohnehin offenbar nicht erwünscht, weil der US-Autokonzern damit an Einfluss bei Opel verlieren würde. Nach Stills Worten begrüßt Euroda die Entscheidung von GM, Opel zu behalten nicht. „Der Zulieferer Magna wäre unser Wunschpartner gewesen. Aber die Händler sind froh, dass das Tauziehen ein Ende hat. Wir haben Jahrzehnte mit GM gelebt und werden das weiter tun.“

Hilfe könnte General Motors statt dessen von der US-Regierung erhalten. Das US-Finanzministerium berät derzeit über eine weitere Finanzspritze für den Auto- und Immobilienfinanzierer GMAC. „GMAC spielt eine sehr wichtige Rolle im Autosektor und sogar darüber hinaus“, sagte Herbert Allison, der den 700 Milliarden Dollar schweren Bankenrettungsfonds Tarp verwaltet. Die Regierung habe GMAC als bedeutend genug erachtet, um Geld beizusteuern und deswegen würden sie auch mehr zahlen.

Laut Allison wird eine endgültige Entscheidung über die Gewährung weiterer Staatshilfen so schnell wie möglich fallen. Ein genaues Datum nannte er nicht. GMAC hat bereits 12,5 Milliarden Dollar an Staatshilfe erhalten, nachdem sich das Unternehmen zu einer Bank-Holdinggesellschaft gewandelt hatte. Sinkende Autoverkäufe und steigende Verluste im Hypothekengeschäft hatten den ehemaligen Finanzarm des Autoherstellers General Motors in Schwierigkeiten gebracht. Für das dritte Quartal hatte GMAC, an dem auch die Beteiligungsgesellschaft einen Anteil hat, einen Verlust von 767 Millionen Dollar gemeldet.

Zuvor hatte die IG Metall die Politik aufgefordert, die Hilfen für GM an klare Bedingungen zu knüpfen. IG-Metall-Chef Berthold Huber sagte, erst wenn GM ein Konzept für Opel vorgelegt habe, könne man über Staatshilfen nachdenken. Dabei dürften die Belastungen für die Beschäftigten nicht größer sein als bei dem Konzept von Magna.

Als Gegenleistung für Hilfen solle der Staat Mitspracherechte bei Opel verlangen. Zusagen von GM seien wertlos, solange man sie nicht schwarz auf weiß habe. Der GM-Verwaltungsrat habe zunächst den auch Verkauf von Opel an Magna empfohlen und dann eine totale Kehrtwende vollzogen.

Womöglich hat man nach Monaten des „vor sich hin Brähmens“ letzendlich doch noch bemerkt, dass Magna ohnhin nur Interesse an den Patenten hegt, nicht aber an den Werken und Mitarbeitern in Deutschland.

Hubers Stellvertreter Detlef Wetzel forderte, staatliche Hilfen müssten an den Erhalt der Standorte, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und eine klare Perspektive für die Werke gekoppelt werden. Auch Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer zeigte sich skeptisch, was die Zukunft von Opel im GM-Konzern angeht. „So weiterzumachen wie bisher, bedeutet für Opel ein Sterben auf Raten“, sagte Dudenhöffer. Ohne Staatshilfe werde GM knallhart Werke schließen. Doch auch mögliche deutsche Steuergelder seien bei GM schlecht angelegt.

 

 

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