Wissenschaft, Interessant Gemacht – Teil 12 – Wie entstand der Mond? (Mythen und Unwahrheiten, rund um den Mond)

15. Dezember 2010

 

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Herzlich Willkommen bei „Wissenschaft, Interessant Gemacht“. In der vergangenen Folge haben wir uns unseren Heimatplaneten etwas näher angeschaut. Heute wollen wir einen Blick auf den Mond werfen.

Nicht nur dessen Entstehungsgeschichte ist interessant. Noch viel interessanter sind die „Sagen und Mythen“; kurzum: die Unwahrheiten und der Blödsinn, der Rund um den Mond kursiert.

Bevor wir Ihnen etwas über die Entstehung des Mondes erzählen, wollen wir zunächst mit all dem Unsinn aufräumen, an welchen heute noch immer Milliarden Menschen glauben. Wir haben uns einmal ein wenig im Internet umgeschaut und was sich da alles finden lässt, ist wirklich allerhärtester, dumpfsinnigster Tobak, der im Grunde bereits den Tatbestand der „schwere Körperverletzung“ erfüllt, da es an Schwachsinn kaum mehr zu überbieten ist.

Bei günstigem Mondeinfluss sollen sich z.B. abgestorbene Hautschuppen leichter entfernen lassen – die Haare sollte man sich nur bei bestimmten Mondphasen schneiden lassen – der weibliche Menstruationszyklus soll vom Mond abhängig sein – der Vollmond soll schuld sein, dass Menschen schlecht schlafen – der Vollmond soll an besonders kalten Nächten schuld sein – der Mond soll Einfluss auf Mensch, Tier- und Pflanzenwelt haben – und… und… und.

Die Liste der Schwachsinnigkeiten, die da publiziert und behauptet werden, ist ohne wirkliches Ende.

Viel schlimmer allerdings ist, dass in einem Deutschland des Jahres 2010 selbst vermeintlich „gebildete erwachsene Menschen“ noch an einen solch´ unfassbar schwachsinnigen „Hokuspokus“ glauben, der von Scharlatanen und Bauernfängern vorgelogen wird.

Aus diesem Grunde wollen wir heute ein für alle Mal die Flausen austreiben, welche diesbezüglich desinformierten Menschen von Bauernfängern in den Kopf gesetzt wurden und wonach im Grunde „arme Seelen“, womöglich bereits seit Jahrzehnten, unsinnigerweise ihr Leben aus- und einrichten. Sollten Sie an schonungsloser Aufklärung, harten Fakten und der Realität keinerlei Interesse haben, dann sollten Sie sich an dieser Stelle aus diesem Artikel verabschieden. Denn was nun folgt ist nichts für Menschen, die zu faul sind selber zu denken – also jene, die lieber dumm und gläubig bleiben wollen, statt wissend und informiert.

Eines grundsätzlich erst einmal vorweg(!):

Der Mond hat NULL – aber auch wirklich ÜBERHAUPT KEINEN, wie auch immer gearteten Einfluss auf den Menschen, oder etwaige Tiere und Pflanzen! Der Mond hat NICHTS – aber auch ÜBERHAUPT NICHTS mit nächtlichen Temperaturen zu tun. Auch hat er nichts mit irgendwelchen weiblichen „Menstruatioszyklen“ und auch sonst mit nichts zu tun, wofür der Mond für gewöhnlich aus dummen Glauben heraus verantwortlich gemacht wird.

Das heißt(!): Alles – aber auch wirklich KOMPLETT ALLES, was Ihnen da irgendwann einmal an Blödsinn erzählt worden ist – z.B. dass bei Vollmond Haare anders, schneller, besser wachsen usw. – können Sie schlicht und ergreifend GRUNDSÄTZLICH vergessen.

Und nun wollen wir Ihnen das einmal in aller Ruhe und Sachlichkeit erklären.

Die Erde erhält vom Mond genau zwei Dinge(!):

Licht (reflektiertes Sonnenlicht) zum Einen und Gravitation (Schwerkraft) zum Anderen. Nicht mehr und nicht weniger gelangt vom Mond zur Erde.

Nun soll die Anziehungskraft des Mondes ja eine Wirkung auf den Menschen haben, da kurzgedacht ja sogar ganze Ozeane vom Mond bewegt werden und der Mensch ja schließlich und endlich, auch zu einem hohen Prozentsatz aus Wasser besteht.

In Tatsache verhält es sich nun allerdings so, dass es dem Mond hinreichend egal ist, woraus der Mensch besteht. Er zieht sowieso alles an – egal ob Gase, Flüssigkeiten oder Feststoffe. Die Aussage, der Mensch würde vom Mond beinflusst, weil er zu großen Teilen aus Wasser besteht, ist daher kompletter Nonsense. Nochmal: Dem Mond ist´s vollkommen egal, woraus Sie bestehen. Sie könnten aus Wasser, Methangas, „Legosteinen“ oder was auch immer bestehen. Der Mond zieh so oder so alles an.

Nun… wie stark „merkt“ ein Mensch das denn nun eigentlich – respektive, wie stark wird der Mensch von der Gravitation des Mondes tatsächlich beeinflusst? Das möchten wir Ihnen nun einmal sehr gern ein für alle Mal geläufig machen:

Ein Mensch, der z.B. 70 Kilogramm auf die Waage bringt, wird vom Mond mit einer Kraft von 2,416 x 10 hoch Minus 11 Newton angezogen. Ausgeschrieben bedeutet dies, dass der Mond an Ihnen mit einer Kraft in Höhe von 0,000000000002416 Newton „zieht“. Zum besseren Verständnis: 10 Newton entspricht der Kraft, die ein Kilogramm ausübt.

Mit anderen Worte: Wenn Ihnen heute eine Hautschuppe von Ihrem Kopf fällt, dann hat das auf Sie einen multimilliardenfach größeren Einfluss, als der Enfluss, den der Mond mittels seiner Schwerkraft auf Sie auszuüben vermag. Oder nochmal anders erklärt: Ihre Computertastatur hat durch ihre Masse und der Nähe zu Ihnen einen deutlich größeren gravitativen Einfluss auf Sie, als der Mond.

Warum eigentlich?

Der Mond hat zwar eine deutlich größere Masse als Ihre Computertastatur, jedoch befindet sich Ihre Computertastatur direkt vor Ihnen, während der Mond rund 400.000 Kilometer von Ihnen entfernt ist. Für die Gravitation gilt eine einfache Formel: 1 : R². Das heißt: Wenn Sie sich von Ihrer Computertastaur um den Faktor zehn entfernen (z.B. zehn Meter) dann wird die Kraft welche diese durch ihre Masse auf Sie ausübt um das hundertfache schwächer. Oder nochmal anders erklärt: Ihr Bett, in dem Sie des Abends zur Ruhe legen, übt dank seiner Masse, eine milliardenfach höhere Kraft auf Sie aus, als der Mond. 

Fazit der Tatsache: Die Schwerkraft des Mondes hat auf den Menschen ABSOLUT NULL Einfluss! Aber auch wirklich ÜBERHAUPT KEINEN! Und sollten Ihnen irgendwelche scharlatanistischen „Sachbuchautoren“ und „Mondkalenderverkäufer“ irgendetwas anderes erzählen, dann nehmen Sie besser schnellst möglich die Beine unter den Arm!

Merke: Der Mond hat auf den Menschen NULL EINFLUSS!
ABSOLUT NULL!

„Ja aber der Mond bewirkt doch Ebbe und Flut..?!“

Das liegt daran, dass Ozeane große, flüssige, zusammenhängende Massen sind. Das liegt ferner daran, dass Flüssigkeiten dem Mond folgen können. Wasser ist bestrebt, zur Mond zugewandten Seite zu wandern, sofern es dies kann. Das funktioniert aber nur dann im sichtbaren Bereich, wenn es sich dabei um GIGATONNEN von zusammenhängenden, flüssigen Massen handelt – oder haben Sie an Ihrem heimischen Baggersee schon mal Ebbe und Flut beobachtet!? Natürlich nicht! Geht auch gar nicht. Grund: Die Masse Ihres heimischen Baggersees ist viel zu unerheblich, als dass hier irgendwelche Effekte sichtbar werden könnten.

„Ja aber ich schlaf´doch immer so schlecht, wenn Vollmond ist!“

Sicher! Wenn mir jemand die ganze Nacht „mit einer Taschenlampe in die Augen leuchten würde“, dann würde ich wahrscheinlich auch Probleme mit dem Schlafen haben.

„Aber ich ziehe doch die Gardinen zu und sehe den Mond gar nicht! Trotzdem schlafe ich schlechter als in anderen Nächten!“

Sie brauchen den Mond gar nicht zu sehen. Sie brauchen lediglich zu wissen, dass mal wieder Vollmond ist. Allein Ihr Aberglaube daran, dass Sie bei Vollmond schlechter schlafen würden ist es, der dafür sorgt, dass Sie TATSÄCHLICH schlechter schlafen. Der Mond SELBST hat damit allerdings überhaupt nichts zu tun.

Übrigens: In beliebigen anderen Nächten schlafen Sie ab und an auch einmal schlecht und es ist ganz sicher nicht immer Vollmond, wenn das passiert. Mit anderen Worten: Es ist dann nichts greifbares vorhanden, dass daran Schuld tragen könnte. Der Mensch sucht nun aber schon seit je her nach Dingen, denen er für die eigenen Unzulänglichkeiten die Schuld geben kann, Dass er SELBST schuld sein könnte, kommt ihm dabei meist gar nicht erst in den Sinn!

 Merken Sie sich doch bitte einfach mal Folgendes: Menschen schlafen grundsätzlich dann und wann einmal schlecht. Das ist aber nicht die Schuld des Mondes, sondern die Schuld Ihres sogenannten Unterbewusstseins. Wenn Sie sich z.B. 20 Jahre lang einreden, dass Sie bei Vollmond schlecht schlafen, dann wird Ihr wehrloses Unterbewusstsein irgendwann zwangsläufig dafür sorgen, dass Sie in Vollmondnächten TATSÄCHLICH unruhiger schlafen. 

„Der Mond nimmt erheblichen Einfluss auf den Menstruationszyklus des weiblichen Geschlechts. Weil: Menstruationszyklus bei einer Frau: 28 Tage. Von Vollmond bis Vollmond: Ebenfalls 28 Tage! Also muss der Mond ganz erheblich etwas mit dem Zyklus der Frau zu tun haben!“

Quatsch! Und zwar aus folgenden Gründen:

Zum Einen verteilen sich die Daten des Menstruationszyklus (wie zum Beispiel der Eisprung) auf alle Mondphasen. Zum Anderen sind die Zyklen unterschiedlich lang. Der weibliche Zyklus beschreibt einen Zeitraum von 28 Tagen – Vollmond ist hingegen alle 29,5 Tage!

Dieser Unterschied von 1,5 Tagen entlässt den Mond aus irgendwelchen dummgläubigen Schuldigkeiten. Nach 56 Tagen fehlen schon 3 Tage zum Vollmond (2 x 29,5 = 59 Tage) und einen Zyklus später sind es bereits 4,5 Tage. Erst nach 20 Zyklen (etwa 18-19 Monaten) fällt wieder Monatszyklus und Vollmond zusammen.

Die Aussage, dass der Mond etwas mit der Menstruation der holden Weiblichkeit zu tun hätte, ist also ebenfalls hanebüchener Quark.

Nur Frauen die abwechselnd einen Menstruationszyklus von genau 29 und 30 Tagen haben und dieser zufällig mit Vollmond zusammenfällt, könnten (so ihnen nichts sinnvolleres einfällt) den Mond für ihre „schlechte Laune verantwortlich machen“. Das ist natürlich auch viel einfacher als die Ursache in sich selbst zu suchen, denn wenn der Mond daran schuld hat, dann hat die liebe Seele ja sowas von Ruh, da dann ja schließlich ein Schuldiger gefunden ist, auch wenn dieser gar nichts dafür kann.

„Ja aber das Licht des Vollmondes beeinflusst mich doch aber garantiert!“

Nein. Das tut es nicht. Zum Einen stammt das Licht welches uns vom Mond erreicht von der Sonne, der dieses Licht lediglich reflektiert und zum Anderen ist die Stärke des vom Mond reflektierten Sonnenlichtes kaum erwähnenswert. Die Gesetze die bestimmen ob ein Fleck löslich ist, Dinge rosten oder Obst verdirbt, sind völlig unabhängig vom Licht des Mondes. Zwar kennen wir chemische Vorgänge die Licht erfordern, so funktioniert z.B. Fotografie durch die Veränderung von Silbersalzen durch Licht. Doch dazu liefert der Mond einfach zu wenig Licht.

Die Helligkeit des Vollmondes beträgt nur 1/230.000 der Sonne. Selbst an einem wolkenverhangenen Wintertag ist es zirka 2500 mal heller als in einer Vollmondnacht. Das können Sie ganz einfach überprüfen: Schauen Sie mal, was Sie an einem wolkenverhangenen Wintertag so alles sehen können – und schauen Sie mal, was Sie in einer Vollmondnacht erkennen können. Dass hier deutliche Unterschiede festzustellen sind, sollte selbst der schlimmste „Mondgläubige“ einsehen können.

Übrigens: „Licht“ kann nicht verhindern, dass Sie einschlafen. Das haben Sie garantiert schon einmal selber erfolgreich getestet und zwar als Sie tagsüber (trotz Sonne, trotz Licht) ein Mittagsschläfchen gehalten oder am Strand von „Malle“ in der prallen Sonne eingeschlafen sind.

„In Vollmondnächten ist es kälter als in anderen Nächten.“

Falsch! In sternenklaren Nächten ist es (meist) kälter als in bewölkten Nächten. Das liegt schlicht und ergeifend daran, dass die Erde in sternenklaren Nächten deutlich mehr über den Tag von der Sonne erhaltene Wärme wieder in´s All abstrahlen kann, als in wolkenverhangenen Nächten.

„Aber gerade in Vollmondnächten ist es doch immer besonders kalt!“

Nö. Es wäre nicht ein Grad wärmer oder kälter, wenn statt Vollmond, Neumond oder Halbmond wäre. Derlei Empfindungen liegen allein darin begründet, dass in einer Vollmondnacht etwas am Himmel ist, dem Sie die Schuld für eine besonders kalte Nacht geben können. In einer sternenklaren, ebenso kalten Neumondnacht, kämen Sie niemals auch nur eine Sekunde auf die Idee, dem Mond die Eiseskälte in die Schuhe zu schieben. Grund: Der Mond ist zwar genauso da als wenn Vollmond wäre, nur konnen Sie diesen nicht sehen, weil Neumond ist. Ergo geben Sie dem Mond in diesem Fall auch nicht die Schuld – oder haben Sie sich oder andere schonmal sagen hören: „Mensch… Horst… es ist Neumond. Heute Nacht wird´s bestimmt arschkalt!“  Wohl kaum.

Übrigens: Auch bewölkte Vollmondnächte sind nicht einen deut wärmer oder kälter als jene Nächte, in denen Neumond oder Halbmond ist. Auch in einer widerlich kalten, wolkenverhangenen Vollmondnacht kämen Sie überhaupt gar nicht erst auf die Idee, den Mond dafür zu beschuldigen, da sich dieser hinter einer Wolkendecke verbirgt und Sie ihn darum nicht sehen können. Merke: Die nächtlichen Temperatur haben mit den Mond schlicht und ergreifend nichts- aber auch gar nichts zu tun.

 

Liebe Leserinnen und Leser…

Tun sie uns und vor allen Dingen SICH SELBST den Gefallen und glauben sie bitte nicht an irgendwelchen astrologischen Mumpitz oder dass der Mond sie irgendwie zu beeinflussen im Stande wäre. Es ist nicht so! Und zwar definitiv nicht! Mit anderen Worten: Sie können sich die Haare schneiden lassen wann immer sie wollen, sie können ihre Blumen gießen wann immer sie wollen und sie können auch schlafen und bluten wann und wie immer sie wollen. Der Mond hat darauf nicht den allergeringsten Einfluss. Es ist höchstens ihr eigener Aberglaube, der Einfluss auf Sie zu nehmen vermag; aber mehr auch nicht.

Wie immer gilt: Augen auf und Gehirn einschalten! Gerade sogenannte „Mondkalender“ feiern derzeit große Erfolge. Im Einklang mit dem Mond gärtnern, leben, Haare schneiden etc…

Das Konzept solcher Bauernfängerwerke ist immer das Selbe: Leuten, die zu faul sind selber zu denken oder sich zu informieren, mit absolutem Blödsinn das Geld aus der Tasche ziehen.

Es ist ja auch viel einfacher zu glauben, statt sich zu informieren. Ebenso ist es ja viel unbeschwerter etwas zu tun, als über den Sinn nachzudenken.

Die Faulheit nicht selbst nachdenken zu wollen  ist die eigentliche Triebkraft, die sich derzeit in Mondkalendern äußert. Getreu dem Motto: Wer an irgendwelche ohnehin nicht vorhandene Wirkungen von „Heilsteinen, Magnetschmuck“ und ähnlichen Schnickschnack glaubt, der lediglich dazu dazu dient, damit sich Schwindler und Scharlatane die Taschen voll machen können, der glaubt auch an den Blödsinn, der in irgendwelchen „Mondkalendern“ steht.

Fallen Sie auf all diesen Unsinn bitte nicht herein und richten Sie erst recht nicht Ihren Tagesablauf oder gar ihr komplettes Leben nach so einem Quatsch ein. Denn dann wären Sie in ganz schweren Fällen sogar um Ihren Lebenszweck betrogen.

Nun ist es aber an der Zeit, dass Sie erfahren, wie der Himmelskörper überhaupt entstanden ist, über den so unglaublich viel dummes Zeug erzählt wird: Wie entstand der Mond?

In der nächsten und auch letzten Folge für dieses Jahr befassen wir uns mit einem weihnachtlichen- aber trotzdem astronomischen Thema.

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