Schumacher nach 3 Jahren Pause fulminant auf sechsten Platz

15. März 2010

„Schumi“ sitzt endlich wieder im Cockpit eines Rennwagens.

Michael Schumacher macht wieder das, was er am besten kann: Einen Formel 1 Boliden bewegen. Die Sonntage bieten wieder ein Highlight. Drei Jahre mussten die Fans ohne ihn auskommen. Wie ging das nur?

Der beste Fahrer aller Zeiten hat bewiesen, dass er nichts verlernt hat. Trotz der langen Pause, trotz vieler Regeländerungen, trotz seines, für Formel-1-Verhältnisse schon biblischen Alters von 41 Jahren, jagte er seinen neuen Dienstwagen von Mercedes gekonnt über die Strecke von Bahrain. Fast so, als wäre er nie weg gewesen. Die Formel 1 ist mit Schumacher eine bessere Formel 1.
Dabei ist es fast unerheblich, dass er nicht, wie von vielen erhofft, gleich im ersten Rennen auf das Treppchen kam. Platz sechs oder vier: Wo ist da der Unterschied? Wer hat schon ernsthaft geglaubt, dass er gewinnen wird? Es dürfte noch etwas dauern, bis der Rekordweltmeister wieder ganz nach vorn fahren kann.
Die Voraussetzungen sind ideal. Er hat eines der besten Autos, mit Daimler einen starken Konzern im Rücken und vor allem fährt er im Weltmeisterteam von Taktik-Genie Ross Brawn. Mit Brawn holte er schon bei Benetton und Ferrari seine Titel. Die Zutaten sind also perfekt – Schumacher und Brawn müssen nur noch alles richtig zusammenfügen.

Die Rückkehr des Altmeisters ist für den Rennzirkus ein Segen. Nicht nur für die Fans könnte es kaum etwas Schöneres geben. Auch die Formel-1-Sender RTL und Sky  reiben sich die Hände, Kartenverkäufe für die Rennen ziehen wieder an. Der ganze Hype ist berechtigt. Die Formel 1 ist nun mal ein Millionengeschäft – und Schumacher ihr bestes Argument. Alle Fahrer wollen die Legende schlagen und die Legende will es sich noch einmal beweisen.
Doch das Comeback des Deutschen darf nicht über die tiefgreifenden Probleme der Rennserie selbst hinwegtäuschen. Nach seinem Rücktritt ließ das Interesse vor allem in Deutschland schlagartig nach. Die TV-Quoten brachen ein. Niemand konnte ihn bisher ersetzten. Auch nicht Vize-Weltmeister Sebastian Vettel, der in dieser Saison gute Chancen auf den Titel hat.
Schumacher verschafft der Rennserie nur eine Verschnaufpause. Er kann sie nicht dauerhaft heilen von der Krankheit namens Bedeutungslosigkeit, die sich die Formel 1 vor allem durch fehlende Idole und die Skandale der Vergangenheit um provozierte Unfälle, Regelwust und Selbstüberschätzung der Spitzenfunktionäre selbst eingebrockt hat. Schumacher fährt nicht nur für sich, sein Team und Daimler. Er fährt für die Formel 1 insgesamt.
„Willkommen zurück“, Schumi.
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