Vorsicht Betrug! „Bioresonanz-Therapie“

22. Februar 2018

 

 

Der Arzt und Mitbegründer der Frankfurter Sektion von Scientology, Franz Morell, und sein Schwiegersohn, der Elektro-Ingenieur Erich Rasche, haben 1977 das „Bioresonanzgerät“ entwickelt, das angeblich diagnostizieren und therapieren kann.

Im Lauf der Zeit wurde der Name – angeblich wegen der Weiterentwicklung der Geräte – unzählige Male geändert, in: Biokommunikations-, Bicom-, Bioresonanz-Therapie (BRT), in Multicom- und Multiresonanztherapie.

Es gibt Geräte mit den klingenden Namen Vega-Select, Biophysikalische Informationstherapie (BIT), Mora-Color, Tricom, Audiocolor.

Weitere Varianten sind: Diagnostische Resonanztherapie (DRT), Sequentielle Frequenzdiagnostik, Lykotronik-Therapie, SomaDyne, VegaSTT, Matrix-Regerationstherapie und andere mehr.

Die Geräte werden inzwischen von mehr als einem Dutzend Firmen erzeugt, sowie von tausenden Ärzten, Psychotherapeuten und Heilpraktikern angewendet.

Viele von ihnen bekennen sich zur Mitgliedschaft in der Wirtschaftskultvereinigung.

Das Konzept des Verfahrens ist so plausibel wie unsinnig: Behauptet wird, das Gerät nehme „pathologische Schwingungen“ des Körpers auf, wandle diese in „harmonisierte, gesundmachende Schwingungen“ um und gebe diese wieder an den Körper zurück.

Auf diese Weise sollen Krankheiten „gelöscht“ und die körpereigenen Regulationskräfte gestärkt werden. Sogar abnehmen soll man mit diesem betrügerischen Unsinn können.

Manche Geräte wollen zusätzlich „biologische Schwingungen“ zur Heilung nutzen, die sie aus der Umwelt aufnehmen: Schwingungen von Farben, Spurenelementen, Edelsteinen, Metallen und was da sonst noch kreucht und fleucht.

Kritische Einschätzung des Konzepts

Die grundlegende Idee widerspricht gleich erstmal den Erkenntnissen der Physik.

Die elektromagnetischen Signale sind Begleiterscheinungen biologischer Prozesse, aber nicht verantwortlich für die Lebensvorgänge im Organismus.

Das „Bioresonanzgerät“ ist – das wurde an der Universität Innsbruck festgestellt – nicht anderes, als ein Fourier-Frequenzanalysator, der keine Körperschwingungen, sondern elektronisches Rauschen wiedergibt.

Die Begleittexte der Betrüger sind gespickt mit physikalisch falschen Aussagen. So ist von einer „Invertierung von Wellen“ die Rede, wenn Interferenz gemeint ist.

Es wird ständig elektrischer Strom mit elektromagnetischen Schwingungen verwechselt und behauptet, dass Elektronen ein Gedächtnis haben.

Die Texte schmücken sich wie immer mit pseudowissenschaftlichen Ausdrücken, wie etwa „sechsdimensionale Hyperwellen“, „Elektronen-Plasma-Strom“ oder „Supraleitung bei Körpertemperatur“.

Es finden sich auch Vokabel, die bei Scientologen üblich sind, wie z. B. „Engramm“ und „Löschung“. Das Löschen von „krankhaften“ Körpersignalen ist technisch jedoch nicht möglich.

Der Gedanke, dass jedes Element eine spezielle Schwingung habe, ist mystisch, die Behauptung nimmt Anleihen an esoterischen, also berufsbetrügerischen Vorstellungen.

Die vermuteten „geopathischen Strahlen“, die durch das Gerät gebannt werden sollen, sind eine Erfindung des Mittelalters und bis heute unbewiesen.

Kritische Einschätzung der Wirksamkeit

Die Erklärung der Wirkung ist rein spekulativ. Es fehlt eine wissenschaftliche einwandfreie und auch sonst jede Dokumentation der Betrüger.

Kontrollierte Studien haben ergeben, dass das Gerät zur Diagnostik allergischer Erkrankungen ungeeignet ist. Es erreicht eine Trefferquote wie ein Würfelspiel (Warnke et al. 1993; Kofler et al. 1996; Schöni et al. 1997).

Seriöse Wissenschaftler stufen „Bioresonanz“ als Suggestivverfahren ein. Die Anwendung mag harmlos sein, aber Kranke, die sich auf seine Wirkung verlassen, können eine notwendige Behandlung versäumen.

Gefährlich ist die Behauptung, eine „Behandlung“ mit „Bioresonanz“ könne Medikamente einsparen helfen! Es sind zwei Todesfälle dokumentiert, weil selbsternannte sogenannte „Heiler“ bei insulinpflichtigen Kindern mit Diabetes I das Insulin abgesetzt hatten.

„Bioresonanztherapie“ muss als Irreführung gelten. „Ärzte, die „Bioresonanz“ (anwenden), sollten sich bewusst sein, dass sie eine weltweit operierende Finanzmafia stützen“, meint die Aktion Bildungsinformation (Anonymus 1999).

Die schweizerische Gesellschaft für Allergologie und Immunologie warnt Ärzte und Patienten vor dem Einsatz dieses Verfahrens; in den USA wurde es bereits 1986 verboten – in Deutschland 1995 aus der Kostenübernahme durch Krankenkassen ausgeschlossen.

Das Ende vom Lied klingt wie immer: Halten Sie sich fern von esoterischen, ähnlichen und anderen Betrügern.

Heutzutage muss niemand mehr dumm sterben. Heutzutage sind mehr als genug wahrheitsgemäße Informationen im Internet verfügbar.

Man braucht auf Betrüger nicht mehr hereinzufallen.

                                                                                                                                
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