Angeblich essen wir viel zu billig

23. Januar 2012


Ein Kilo Hähnchenfilet für 6 Euro, der Liter Milch für 49 Cent, das Rindersteak für 12,99 Euro das Kilo. Das sei alles viel zu „billig“ beklagt der Bauernverband zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin.

Für den Ökobeauftragten des Bauernverbandes, Heinrich Graf von Bassewitz, ist diese „extreme Preisbewusstheit“ sogar eine der Ursachen für die Massentierhaltung. „Die Verbraucher, die sich heute über die sogenannte Massentierhaltung beschweren, haben mit ihrem Kauf von vermeintlichen „Billiglebensmitteln“ und ihrem extremen Preisbewusstheit letztlich genau diese Art der Landwirtschaft vorangetrieben“, kritisiert er.

Angeblich ist Deutschland bei Lebensmitteln das „Super-super-Billigland“ – und das sei kein guter Zustand, sagt auch Leo Blum, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau. Angeblich sei in den vergangenen 50 Jahren der Nettoverdienst eines Industriearbeiters um das 20-Fache gestiegen ist, der Brotpreis aber „nur“ um rund das Neunfache.

„Der Preiswettbewerb der Märkte in Deutschland ist ruinös“, sagt Blum. Die sogenannten „niedrigen“ Preise gingen zulasten der Schweine- und Milchproduzenten. Der Einzelhandel übe starken Druck auf Schlachthöfe und Molkereien aus.

Eine Beobachtung, die auch Norbert Schindler vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd teilt. „Ich stelle mit großer Verbitterung fest, dass wir das Kampfforum der großen Ketten in Europa sind“, sagt Schindler. „Hier werden Preise gedrückt bis zum Ende.“

Schuld an allem ist natürlich nicht etwa der Einzelhandel oder große Lebensmittelketten, die jährlich Milliardengewinne einfahren, sondern der Verbraucher soll  natürlich angeblich schuld sein. Dieser könne etwas an seinem Verhalten ändern und zum Beispiel restlos überteuerte sogenannte „Bio-Produkte“ kaufen.

Dass die Menschen hierzulande immer weniger Einkommen verzeichnen, unter Lohndumping leiden und die Preise für viele Waren nahezu unerschwinglich geworden sind, scheinen all diese Herren offenbar komplett zu ignorieren.

Nur rund 11 Prozent ihres Einkommens geben Deutsche für Lebensmittel aus, heißt es. Wenn man nur Besser- und Bestverdienende in solche Statistiken einfließen lässt, dann muss einen das nicht wundern.

Bei Biosupermarkt-Ketten gilt ein Kilo Putenoberkeule für 9,90 Euro bereits als „Sonderangebot“. Für Keulen aus der konventionellen Produktion werden in klassischen Supermärkten keine 6 Euro verlangt.

Laut Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sind langfristig steigende Lebensmittelpreise zu erwarten.

Das ist natürlich etwas „ganz Neues“, da die Menschen ja sonst auch nur stets „fallende Preise“ kennen. Scherz beiseite. Teurer ist insbesondere mit der Euro-Einführung ja nur praktisch alles geworden. Angefangen bei Mieten bis hin zum Benzin.

Hat man vor 15 Jahren noch für einhundert Mark volltanken können, so sind heute über einhundert Euro dafür zu bezahlen, was mehr als dem Doppelten von einhundert Mark entspricht.

Kostete eine Schachtel Zigaretten vor 20 Jahren noch 4 D-Mark, so sind heute 5 Euro zu bezahlen, was rund 10 D-Mark entspricht.

Das Kilo Thüringer Mett war vor 15 Jahren noch für 3,80 D-Mark zu haben. Heute bezahlt man dafür selbst im Discounter zum Teil 10 Euro.

Ein Kilo Rinderfilet gab es einmal für 25 D-Mark. Heute darf man dafür 35 oder auch weit mehr Euro berappen.

Die großen Verdiener sind dabei die Einzelhändler. Die REWE Group verzeichnete im Jahre 2010 mit 10899 Märkten stattliche 53 Milliarden Euro Umsatz. Davon blieben 550 Millionen Euro als Gewinn stehen. 

Auch die Albrechtkette kann sich freuen. Mit ihren Aldi-Märkten stiegen Karl und Theo Albrecht zur Discounter-Weltmacht auf. Aldi Süd kommt auf rund 28 Milliarden Jahresumsatz, Aldi Nord liegt bei 25 Milliarden Jahresumsatz.

Bis Ende 2008 eröffnete der Discounter über 1000 Filialen im Ausland. Der Billigheimer setzte dort insgesamt weitere 26 Milliarden Euro um.

Mit einem Vermögen von knapp 17 Milliarden Euro war der verstorbene Theo Albrecht der zweitreichste Deutsche. Das Vermögen seines Bruders Karl, des reichsten Deutschen,  wird vom US-Magazin Forbes auf 18 Milliarden Euro geschätzt. Unfassbare Gewinne, obwohl man „Billiganbieter“ ist!

Und nun erzählt man dem Verbraucher allen Ernstes, dass er nicht genug Geld für Lebensmittel ausgeben würde!

Wie wäre es denn, wenn einfach mal die Multimilliardengewinne der Discounter herunter gefahren würden, statt dem Verbraucher einen solchen Unsinn erzählen zu wollen?!

Auch die „armen Bauern“ verdienen nicht schlecht. Insbesondere die Groß- und Ökobauern. Beinahe 50% des EU-Haushalts gehen für Agrarsubventionen drauf. Die Subventionen sind zu einer Zeit eingeführt worden, wo es den Bauern schlecht ging  (große Überschüsse und niedrige Preise). Dies hat sich grundsätzlich gewandelt, doch die Subventionen gibt es weiterhin.

Für Schweinefleisch bekommt der Landwirt derzeit 1,55 Euro pro Kilogramm (hier finden Sie eine Liste der stets aktuellen Preise).  Doch was zahlt der Verbraucher? Diesem wird pro Kilogramm Schweinefleisch ein Vielfaches dieses Preises abgenommen.

Und nun will man dem Verbraucher allen Ernstes erzählen, dass ja alles „superbillig“ sei und dieser ja noch viel mehr bezahlen müsse!???

Warum?

Damit die Discounter und Lebensmittelkonzerne noch mehr Milliarden scheffeln können!???

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