Paradise Papers bei Licht betrachtet

 

 

Die Paradise Papers bieten einen Blick in eine Paradieswelt der Superreichen und belasten zahlreiche Politkriminelle, Konzernkriminelle, sowie sogenannte „Prominente“.

Datenlecks, die Geldtricksereien ans Licht brachten, hat es in der Vergangenheit einige gegeben:

2014 die Luxleaks
2015 die SwissLeaks
2016 die Panama Papers

Man sollte meinen, das habe viele Unternehmen und Vermögende verschreckt und Geldflüsse in Steueroasen ins Stocken gebracht. Dem ist aber nicht so. Das zeigen die sogenannten Paradise Papers.

Vor etwa einem Jahr sind rund 13,4 Millionen Dokumenten aus der Welt der Briefkastenfirmen an verschiedene Medien gelangt.

Im Zentrum steht die vor über hundert Jahren in der britischen Kronkolonie Bermuda gegründete Kanzlei Appleby.

Heute arbeiten für Appleby mehr als 470 Angestellte in so gut wie jeder wichtigen Steueroase in Europa, Asien, der Karibik oder Afrika.

Das Geschäft mit Briefkastenfirmen betreiben sie angeblich absolut sauber und professionell. Stimmt das wirklich?

Datenpanne im Paradies

Mehr als 380 Menschen aus 67 Ländern haben sich monatelang durch die Daten gewühlt, um spektakuläre Geschichten auszugraben.

 

 

Laut ersten Berichten wurden in der Datensammlung – wie schon bei den Panama Papers – hochrangige Politkriminelle, Großkonzernkriminelle und sogenannte „Prominente“ gefunden, die ihr Geld in Steueroasen lagern.

 

Mehr als 120 Politiker aus beinahe 50 Ländern müssen nun die Veröffentlichung „fürchten“.

Gerhard Schröder im Steuerparadies

Bereits publik gemacht wurde der Kontakt des früheren deutschen Bundeskanzlerdarstellers Gerhard Schröder zu Appleby.

Laut Berichten war Schröder 2009 als sogenannter „unabhängiger Aufsichtsrat“ mit der Leitung des russisch-britischen Energieunternehmen TNK-BP betraut – einer Offshore-Firma mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln.

 

 

Die Information, wer in der Leitung dieses Joint Ventures zwischen der britischen BP- und der russischen Alfa-Gruppe saß, sei seit Jahren öffentlich zugänglich gewesen, heißt es. Trotzdem habe sich niemand aus Schröders sogenannter „Partei“ erkennbar daran gestört.

Im Dezember 2011 trat Schröder – der sich dazu nicht äußern will – von der Leitungsfunktion zurück.

TNK-BP wurde 2013 von dem russischen Öl-Riesen Rosneft übernommen, wo Schröder vor wenigen Wochen zum Aufsichtsratschef ernannt wurde.

Gerhard Schröder ist nicht der einzige Deutsche, der in den Paradise Papers auftaucht.

Harald Leibrecht, ehemaliger sogenannter „Bundestagsabgeordneter“, ist unter anderem Mitbesitzer einer Briefkastengesellschaft, die ein Schloss südlich von London hält.

Diese Beteiligung verschwieg Leibrecht während seiner elfjährigen Zeit als sogenannter „Abgeordneter“. Er erklärte auf Nachfrage, dass den „Steuerbehörden“ die Konstruktion bekannt sei.

Dann haben wir da auch noch Klaus Mangold, Manager und Wirtschaftsberater, u. a. Aufsichtsratsvorsitzender von TUI.

Den Unterlagen zufolge war Mangold in den Jahren 2003 und 2010 Begünstigter einer Briefkastengesellschaft auf der Isle of Man, die dem russischen Oligarchen Boris Beresowski gehörte.

Auf Nachfrage erklärte Mangold, „ihm sei nicht erinnerlich, Begünstigter dieser Gesellschaft gewesen zu sein“.

Das Fass ohne Boden

Rund tausend Kunden, Begünstigte oder anderweitig Involvierte aus Deutschland werden in den Dokumenten erwähnt.

Neben ehemaligen Politkriminellen haben Milliardäre, Scheinadelige, Erben, Investoren und verurteilte Betrüger Offshore-Geschäfte genutzt.

Auch deutsche Unternehmen ließen sich offensichtlich nicht von den in der Vergangenheit durchgesickerten Daten abschrecken.

Wie die Paradise Papers ergaben, nutzten sowohl Sixt, als auch die Deutsche Post, die Hotelkette Meininger, Siemens, Allianz, Bayer und die Deutsche Bank die Dienste der Kanzlei Appelby.

Ebenfalls in den Paradise Papers taucht der Name Paul Gauselmann auf. Er ist der Kopf von Deutschlands größtem Glücksspielkonzern.

Seine Merkur-Spielotheken mit der lachenden Sonne im Logo machten ihn zum Milliardär.

Er vertreibt über eine Tochterfirma auf der Isle of Man Online-Lizenzen für bekannte Merkur-Automatenspiele.

So bricht er nicht selber die deutschen Scheingesetze, hilft genau genommen aber anderen dabei.

Erneut in den Fokus gerät auch die Milliardärsfamilie Engelhorn. Die Engelhorns wollten mit Hilfe von Appleby nicht Geld verdienen, sondern Steuerzahlungen im Millionenhöhe vermeiden.

Der 2016 verstorbene Pharma-Unternehmer Curt Engelhorn hatte zwei Töchtern ein Millionenvermögen über Trusts im Ausland zukommen lassen – nur Steuern haben die Erben nicht bezahlt, was zur wohl größten Steuerstrafsache geführt hat.

Nach einem sogenannten „Gerichtsverfahren“ im vergangenen Jahr mussten die beiden Töchter 145 Millionen Euro Steuern nachzahlen. Darauf hatten sich die sogenannten „bayerischen Finanzbehörden“ mit den „Beschuldigten“ geeinigt.

Allerdings konnten die Ermittler das komplexe weltweit verzweigte Finanzsystem der Engelhorns nicht komplett durchdringen.

Schon damals gab es den Verdacht, dass die Steuernachzahlungen wohl hätten höher sein müssen. Die Paradise Papers nähren nun diesen Verdacht, denn sie deckten weitere Daten über die Familie Engelhorn auf.

Bekannt wurde auch, dass der US-amerikanische Handelsminister, Wilbur Ross, Kontakte zu russischen Oligarchen pflegt.

Er sitzt im Kabinett von Präsidentenschauspieler Donald Trump. In den Daten finden sich weitere Namen von sogenannten „Beratern“ und „Großspendern“.

Auch werden Weltkonzerne in den Daten genannt. Konzerne wie Nike, Apple oder Facebook lassen ihre Steuern auf geringe Steuersätze schrumpfen.

Unter den Prominenten werden unter anderem die britische Königin und Rockstar Bono genannt.

 

 

Auch Firmen wie Sixt, die Deutsche Post, Siemens, Allianz, Bayer und die Deutsche Bank sollen durch Briefkastenfirmen in Übersee Steuern sparen.

Bereits 2016 hatte das Netzwerk die „Panama Papers“ veröffentlicht, in Anlehnung daran wurden die Enthüllungen diesmal „Paradise Papers“ genannt.

Generell kann mitgeteilt werden: Von den Offshore-Geschäften profitieren vor allem die Superreichen.

Wie schon die Panama Papers aufgedeckt hatten, geht es bei Offshore-Geschäften oft darum, dass Gutbetuchte große Teile ihres Vermögens oder ihrer Umsätze über Briefkastenfirmen verschleiern. So senken sie ihre Steuerlast.

Betrachten wir das Ganze bei Licht

Was gezeigt wird, sind die zahlreichen möglichen Schlupflöcher, die Personen und Firmen bei der Verschleierung ihrer tatsächlichen Vermögensverhältnisse nutzen können.

Wer soll denn eigentlich Steuern zahlen? Ja natürlich die Masse der Bevölkerung. Die ackert sich den Hintern wund, wodurch sogenannte Unternehmer schön reich werden.

Dafür bekommt die arbeitende Bevölkerung etwas, was sich „Lohn“ oder auch „Gehalt“ nennt. Diese Bezahlungen fallen bekanntlich nicht sonderlich hoch aus, doch trotzdem ist das noch zu viel.

Die Masse der Bevölkerung wird daher (sowieso ohne jede Rechtgrundlage) von Politkriminellen und deren Schergen zur Zahlung von Steuern gezwungen, während die Superreichen über Oasen und Schlupflöcher einfach entschlüpfen können.

Solche Schlupflöcher werden immer noch gerne genutzt. Trotz der vielen Leaks in der Vergangenheit wachse das weltweite Offshore-Vermögen schneller, als die Weltwirtschaft, sagt Gabriel Zucman.

Zucman forscht an der University of California in Berkeley über Vermögensverteilung und Besteuerung. Während das Offshore-Vermögen vor der Finanzkrise eine Höhe von etwa zehn Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung gehabt habe, ist es jetzt bei knapp zwölf Prozent.

Angst scheint da also keiner zu haben. Und warum nicht?

Angst hat von den Superreichen darum keiner, weil diese Oasen und Schlupflöcher extra für die Superreichen installiert und erschaffen worden sind, denn die sollen „ihr Geld“, welches von anderen (Sklaven) erarbeitet wurde, schließlich behalten.

Nur die immer ärmer werdende breite Masse soll zahlen. Wir erklären das mal genauer:

Die Superreichen wissen sehr genau, dass es keinerlei Pflicht gibt, Steuern zahlen zu müssen, was ja allein schon Artikel 46 der HLKO glasklar mitteilt.

Damit solche Fakten nicht die große Runde durch die versklavte Bevölkerung machen, wurden für die Superreichen extra und vollabsichtlich Oasen und Schlupflöcher installiert und erschaffen.

Wenn es um Geld geht, passiert nichts per Zufall – wenn es um sehr viel Geld geht, erst recht nicht.

„Die Offshore-Industrie macht die Armen ärmer und vertieft die Vermögensungleichheit“, sagt Brooke Harrington, Autorin des Buches „Kapital ohne Grenzen“.

Das System der Steueroasen ermögliche es den Reichen nicht nur, Steuern zu vermeiden, sondern auch, Unbequemlichkeiten, die ihnen nicht passen, gezielt zu umgehen.

Konsequenzen haben die Superreichen nicht zu befürchten und falls doch, dann fallen die so geringfügig aus, dass die Betroffenen das im Grunde gar nicht bemerken.

Wer Milliardengelder besitzt und 150 Millionen Geld an Steuern nachzahlen soll, der lacht sich doch kaputt, denn das ist für Milliardäre bestenfalls ein Griff in die Portokasse.

                                                                                                                                
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